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Montag , 19 November 2018

Weltcup Pyeongchang: Deutsche Damenstaffel siegt auch ohne Dahlmeier

Foto:Andrei Ivanov

Auch in der fünften und letzten Staffel der laufenden Saison konnten sich die deutschen Damen den Sieg sichern. In Abwesenheit von der Gesamtweltcupführenden Laura Dahlmeier – diese hatte sich entschieden, sich einen rennfreien Tag zu gönnen und ihre Mannschaftskameradinnen von der Strecke aus anzufeuern – gewann das Team des DSV mit einem deutlichen Vorsprung von 22,8 Sekunden vor Norwegen und Tschechien. Damit geht die kleine Kristallkugel der Disziplinwertung Staffel an Deutschland und belohnt eine hervorragende Mannschaftsleistung über die gesamte Saison. Mit fünf Siegen in fünf Rennen bewies das Team, dass sie auch in den verschiedensten Aufstellungen zur absoluten Weltklasse gehören.

Pünktlich um 16:30 Uhr koreanischer Ortszeit wurde in PyeongChang das Rennen gestartet. Bei schwierigen Rennbedingungen gingen insgesamt 21 Nationen auf die Strecke. 6°C und windige Verhältnisse machten den Wettkampf nicht einfach. Der Schnee war tief und wässrig und an vielen Stellen auch durch Sand verschmutzt, da die olympischen Strecken auf einem Golfplatz angelegt sind und der Wind die feinen Körner aus den Sandbunkern wehte. Auch beim Schießen spielte der Wind vielen Athletinnen einen Streich, sodass am Ende bei überraschend vielen Nationen Strafrunden fällig wurden.

Bis zum ersten Schießen blieb das Feld noch staffeltypisch dicht beisammen, danach konnten sich jedoch bereits einige Athletinnen absetzen, andere wiederum mussten sich in die Strafrunde verabschieden. So auch die Schweizerin Selina Gasparin, die sonst eigentlich als eine sehr sichere Schützin gilt und so die Aufgabe gehabt hätte, ihre Mannschaft, bestehend aus ihren beiden Schwestern Elisa und Aita sowie Lena Häcki, in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Nach ihrem Fauxpas lag die Schweiz jedoch erstmal auf dem 20. Rang mit einem Rückstand von 45,3 Sekunden auf die Führenden. Das waren in diesem Falle die Russin Tatiana Akimova und zwei Sekunden dahinter Alina Raikova aus Kasachstan, die beide fehlerfrei geblieben waren. Dicht gefolgt wurden sie von der Italienerin Lisa Vitozzi, die ebenfalls keine Extrapatrone gebraucht hatte, sowie der Slowakin Paulina Fialkova und Irina Varvynets aus der Ukraine, die beide je einen Nachlader benötigt hatten. Nadine Horchler, die Startläuferin für Deutschland, lag nach einem fehlerfreien ersten Schießen 8,4 Sekunden zurück.

Auf der zweiten Runde übernahm Akimova die Führungsarbeit. Kurz vor dem Schießstand wurde sie jedoch von der Italienerin Vitozzi überholt, die sich damit auf der ersten Schießmatte platzieren durfte. Mit Akimova und Vitozzi stellte sich noch die Ukrainerin Fialkova an den Schießstand, nach wenigen Sekunden folgten dann auch die Französin Anais Chevalier und Nadine Horchler sowie die Ukrainerin Varvynets. Trotz zwei Nachladern ging Chevalier als erste wieder auf die Strecke, auch ihre Konkurentinnen hatten Fehler geschossen. Nadine Horchler schoss eine gute Serie, allein der letzte Schuss ging daneben und sie musste nachladen. Aus dem Stadion ging sie als 5. hinter Varvynets, der Norwegerin Kaia Nicolaisen und Lisa Vitozzi mit einem Rückstand von 16,7 Sekunden. Bitter erwischte es beim Schießen diesmal die US-Amerikanerin Claire Egan, die in die Strafrunde musste.

Auf der Runde zum ersten Wechsel tauchte plötzlich von hinten Rosanna Crawford auf. Die Kanadierin wuchs über sich hinaus, hatte sie doch nach dem Schießen noch 21 Sekunden zurück gelegen, und schob sich vom zehnten auf den zweiten Rang. Auch die anderen Athletinnen holten Sekunden auf die Französin Chevalier auf. Zum Wechsel lag Frankreich nur noch kanpp vorne, mit 0,3 Sekunden auf Kanada und 4,1 Sekunden auf Deutschland. Anais Chevalier übergab an Anais Chevalier, bei den Kanadiern ging als zweite Athletin Julia Ransom ins Rennen. Für Deutschland übernahm Maren Hammerschmidt.

Im zweiten Rennabschnitt passierten vorne keine großen Veränderungen. Frankreich, Kanada und Deutschland lagen weiterhin auf 1,2 und 3; nun jedoch in veränderter Reihenfolge. Zum zweiten Wechsel lagen die Deutschen vorne, 13,6 Sekunden dahinter Frankreich und mit 17 Sekunden Rückstand Kanada. Maren Hammerschmidt hatte pro Schießeinlage nur einen Nachlader gebraucht, die Französin insgesamt 3 und Ransom war trotz zwei fehlerfreien Schießen auf der Strecke etwas langsamer als die Konkurrenz.

So ging Denise Hermann als Führende in ihr erstes Weltcup-Staffelrennen. Das Liegendschießen meisterte sie bravourös und brachte ihrer Mannschaft damit und durch eine sehr gute läuferische Leistung eine deutliche Führung von über 30 Sekunden ein. Beim Stehendschießen zeigte sie dann aber doch Nerven und musste letztendlich einmal in die Strafrunde abbiegen. Mit 17,2 Sekunden Rückstand ging sie auf ihre Schlussrunde hinter Frankreich mit Justine Braisaz. Kanada lag zu diesem Zeitpunkt des Rennens immer noch auf einem sensationellen dritten Rang.

Bis zur Wechselzone machte Hermann noch einmal Zeit auf Braisaz gut, sodass sie Franziska Hildebrand trotz ihrer Strafrunde ein Päckchen von nur 13,5 Sekunden mitgab. Als dritte Mannschaft wechselte Norwegen mit 34,2 Sekunden Rückstand. Tiril Eckhoff hatte auf ihrer letzten Runde noch einmal Gas gegeben und das Feld von hinten aufgerollt. Obwohl für Norwegen ebenso wie Deutschland bereits eine Strafrunde zu Buche stand, verursacht durch Hilde Fenne, die Probleme im stehenden Anschlag gehabt hatte, war Norwegen nun auf Medaillenkurs gebracht.

Mit Marte Olsbu übernahm Norwegens aktuell stärkste Athletin die Aufgabe, diesen Platz abzusichern.

Franziska Hildebrand ging ihr Rennen fokussiert an und versuchte, durch eine gute Schießleistung den Französinnen gefährlich zu werden, da die französische Schlussläuferin Celia Aymonier als eine etwas schwächere Schützin gilt. Bereits beim Liegendanschlag ging der Plan auf, trotz eines Nachladers für Hildebrand – und Deutschland übernahm die Führung, 6,1 Sekunden vor Aymonier. Dahinter reihten sich Dorothea Wierer für Italien, Gabriela Koukalova aus Tschechien und die Norwegerin Olsbu sowie die Schwedin Anna Magnusson ein.

Zum letzten Schießen lief Aymonier an Franziska Hildebrand heran. Gemeinsam kamen beide Athletinnen zum Schießstand und es versprach ein spannendes Showdown zu werden. Doch Hildebrand ließ sich davon nicht beeindrucken und schoss souverän ihre fünf Schuss ins Schwarze. Aymonier dagegen erwischte es nun richtig, sie musste gleich zweimal in die Strafrunde und brachte somit Frankreich um eine mögliche Medaille.

Also war es die Schwedin Magnusson, die sich als Erste auf die Verfolgung Hildebrands machte – allerdings bereits mit 45,2 Sekunden Rückstand. Direkt hinter ihr lauerten Olsbu, Wierer und Koukalova, um auf der letzten Runde angreifen zu können und um die Podestplätze mitzukämpfen.

Es wurde nochmal richtig aufregend und die letzten Kräfte wurden mobilisiert. An einem Anstieg konnte sich die Norwegerin ein Stück absetzen, nur Koukalova konnte folgen. Es sah so aus, als würden diese beiden Athletinnen die Top-3 komplettieren. Dann jedoch blühte plötzlich nochmal die Schwedin Magnusson auf und lieferte sich mit ihnen einen Zielsprint bis zur Schlusslinie. Die Fußspitze hatte am Ende deutlich die Norwegerin vorne – Fotofinish für Tschechien und Schweden. Das Zielfoto entschied zu Gunsten von Koukalova, knappe 0,1 Sekunden verwiesen Magnusson auf den vierten Rang. Platz Fünf sicherte Dorothea Wierer ab.

Zu dieser Zeit war Franziska Hildebrand bereits längst ins Ziel gekommen. Sie hatte auch, was sie „immer schon mal machen wollte“, beim Zieleinlauf eine deutsche Fahne ergattern können und schwang diese freudestrahlend, als sie das Rennen beendete – mit 22,8 Sekunden Vorsprung.

Damit ging in PyeongChang für Nadine Horchler, Maren Hammerschmidt und Franziska Hildebrand ein erfolgreicher Renntag zu Ende. Und Denise Hermann kann sich bei ihrem ersten Staffeleinsatz im Weltcup gleich über den Sieg freuen und auf dem Podest ganz nach oben springen.

Kaia Woien Nicolaisen, Hilde Fenne, Tiril Eckhoff und Marte Olsbu als Zweitplatzierte und Jessica Jislova, Eva Puscarcikova, Lucie Charvatova und Gabriela Koukalova als Drittplatzierte sicherten ihren Nationen ebenfalls ein tolles Rennergebnis.

Herzlichen Glückwunsch dazu!

Foto:Andrei Ivanov

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