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Dienstag , 20 Februar 2018

Welt-Anti-Doping-Agentur meldet russische Doping-Verschwörung in Sochi

Montreal (Selina Juliana Sauskojus) – Dass im russischen Leistungssport häufig und vor allem systematisch gedopt wird, ist seit langem ein offenes Geheimnis. Nun deckte die WADA (World Anti-Doping Agency) ein nicht nur systematisches, sondern auch vom Staat gedecktes Doping bei einer Mehrheit der olympischen Sportarten auf, darunter auch bei den Olympischen Spielen vor zwei Jahren in Sochi.

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Seit dem Jahr 2011 soll das russische Sportministerium dafür gesorgt haben, dass nicht nur zielführend gedopt wurde, sondern ebenso dafür, dass Urinproben manipuliert und bei Bedarf ausgetauscht wurden. Grund dafür sei vor allem das enttäuschende Abschneiden der russischen Athleten bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver gewesen. Daraufhin seien weitreichende Planungen des systematischen Dopings angelaufen. Bevor der Welt-Anti-Doping-Agentur irgendetwas auffallen konnte, seien, vor allem in Sochi, Dopingproben spurlos verschwunden.  Aber nicht nur Sportministerium, Trainer und Athleten seien involviert gewesen, so berichtet die WADA. Auch der russische Geheimdienst, FSB, hätte dazu beigetragen, dass der Dopingskandal noch größere Ausmaße annehmen konnte, als bisher vermutet. Der FSB sei unter anderem dafür verantwortlich gewesen, in Zusammenarbeit mit den Laboren, positive Proben verschwinden zu lassen. Zudem wurden lange vor den Spielen Datenbanken mit negativen Dopingtests angelegt. Diese seien dann durch die „Mäuselöcher“ mit positiven Proben ausgetauscht worden. Getarnt waren die Agenten des Geheimdienstes als Klempner oder Angestellte einer Müllentsorgungsfirma.

Zahllose Zeugen und Interviews stützen die Erkenntnisse des heutigen Tages. Was WADA-Ermittler jedoch zuerst auf die Spur der Verschwörung brachte, waren mikroskopisch kleine Spuren von Werkzeug, die die Agenten an den Fläschchen hinterlassen hatten. Richard McLaren, Leiter der Untersuchung, sprach von einer Beschädigungsquote von 100%, die mit bloßem Auge nicht aufgefallen sei.

Das IOC zeigte sich über die Erkenntnisse schockiert. Präsident Thomas Bach kündigte scharfe Sanktionen gegen alle Beteiligten an. Dies ist vor allem für die Olympischen Sommerspiele, die am 5. August in Rio beginnen, brisant. Ein völliger Ausschluss von den Wettkämpfen rückt mit diesen Nachrichten wieder in greifbare Nähe, so empfiehlt es jedenfalls die WADA.

Was das für die russischen Biathleten bedeutet, ist noch nicht klar. Dem Bericht zufolge sei Biathlon auf Rang 14 jener Sportarten, bei denen die meisten Proben verschwunden waren. Stellung bezog der russische Verband zu diesem Thema noch nicht. Vor allem für die russischen Herren verlief die Heim-Olympiade jedoch absolut nicht gewünscht. Bei den Herren konnte nur Evgenyi Garanichev eine bronzene Einzelmedaille gewinnen. Die einzige Goldmedaille gewann die Herrenstaffel. Die Frauen konnten das Team mit wenigstens zweimal Edelmetall auf Rang 4 des Medaillenspiegels bringen. Was mit diesen Medaillen geschieht, wenn sich die Vorwürfe als richtig nachweisen lassen, wird sich zeigen.

 

 

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