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Mittwoch , 26 September 2018

„Was macht eigentlich…Kati Wilhelm?“

Wir schreiben den 17. April 2010. Die Weltcupsaison 2009/10 ist bereits seit einigen Wochen vorbei, doch in einem kleinen Stadion im russischen Kamtschatka haben sich an diesem Wochenende noch einmal einige Weltklasseathleten zu einem Wettkampf, zu Ehren des ehemaligen russischen Cheftrainers Vitali Fatyanov, versammelt. Es ist ein Renntag wie jeder andere im Biathlon-Zirkus – und doch liegt in der Luft ein Hauch von Wehmut. Für eine der Athletinnen im bunt gemischten Starterfeld wird die heutige Verfolgung das letzte Rennen als aktive Biathletin sein.

Wenig später läuft eben diese Athletin glücklich über die Ziellinie. Sie ist die Erste, alle anderen hat sie hinter sich zurückgelassen. Die 33-Jährige gewinnt damit das Rennen und hat ihrer erfolgreichen Karriere nun endgültig die Krone aufgesetzt. Es ist Kati Wilhelm.

Foto: Karl-Heinz Merl, Biathlon-News.de

Acht Jahre später…

Kati Wilhelm empfindet immer noch Freude, wenn sie an ihre Zeit im aktiven Biathlonsport zurückdenkt. Diese habe sie geprägt, sagt sie selbst, sie zu der Person gemacht, die sie heute sei. Dabei hat sich einiges verändert im Leben der mittlerweile 41-Jährigen. Sie ist inzwischen Mutter zweier Kinder, ein Familienmensch, und verbringt ihre Zeit gern damit, in ihrem eigens eröffneten Café „Heimatlon“ in Steinbach-Hallenberg zu stehen und die Gäste persönlich zu bedienen.

Dabei profitiert sie von den Erfahrungen, die sie im Laufe ihrer sportlichen Karriere gesammelt hat. So hat sie beispielsweise gelernt, mit Druck umzugehen und auch in stressigen Situationen gelassen zu bleiben, was ihr nun bei ihrer Arbeit zugutekommt. Dabei gibt sich Kati längst nicht damit zufrieden, diese nur auf ihr Café zu beschränken. Noch immer ist sie viel unterwegs, hält Vorträge und ist im Winter mit dem Team der ARD bei den Weltcups vor Ort, um als TV-Expertin die Berichterstattung mit ihrem Erfahrungsschatz zu ergänzen.

Besonders am Herzen liegt Kati auch ihr „KatiCamp“, das sie 2013 ins Leben gerufen hat, um junge, talentierte Nachwuchsbiathletinnen und -biathleten in ihrem Reifeprozess zu unterstützen und ihnen viele wertvolle Tipps mit auf den Weg zu geben. Als einstige Olympiasiegerin weiß sie selbst genau, worauf es im Profisport letztendlich ankommt und wie schwer es manchmal sein kann, den Anforderungen auf hohem Leistungsniveau gerecht zu werden. Dadurch kann sie die jungen Sportler gut beraten und ihr Wissen an sie weitervermitteln.

In erster Linie geht es beim KatiCamp aber natürlich um den Spaß am Biathlonsport und um den Erfahrungsaustausch, von dem alle Beteiligten lernen sollen. Dafür setzt sich Kati Jahr für Jahr ein und die Absolventen des Programms freuen sich über die einzigartige Chance, einmal mit einer derart erfolgreichen Biathletin trainieren zu dürfen.

Die von Kati über die Jahre erreichten Erfolge können sich sehen lassen: Es sind einige Olympiamedaillen, Siege bei Weltmeisterschaften, der einmalige Triumph im Gesamtweltcup sowie die über viele Jahre konstante Topform, um ganz vorn in der Weltspitze mitmischen zu können.

Kati hat zahlreiche schöne Momente im Biathlon erlebt; und auch wenn es manchmal psychisch wie physisch sehr anstrengende Zeiten gab, blickt sie auf bewegende Erlebnisse zurück, mit der sie sich für die harte Arbeit im Leistungssport belohnen konnte. Dennoch sei es jetzt natürlich auch schön, Biathlon als begeisterter Zuschauer verfolgen zu können, erklärt sie. Sie lacht. Sie könne nun endlich genießen, nicht mehr ständig im Regen rumrennen zu müssen und ihren Sport von zu Hause aus verfolgen zu können.

Das ist auch definitiv etwas, was ihr selbst nach einer langen Zeit im Biathlon bleiben wird: der Spaß an diesem Sport, die Faszination für Schnelligkeit, Treffsicherheit und diese Spannung im Rennen, in denen bis zur letzten Minute alles passieren kann. Denn Überraschungen seien im Biathlon schließlich immer möglich – und genau das mache nun einmal den Reiz daran aus, wie Kati betont. Es bleibt immer spannend – ebenso wie ihr eigenes Leben, ihr neuer Alltag, fernab vom Biathlon und doch mittendrin, in dem sie Heimat und Biathlon miteinander verbindet.

Die Redaktion von biathlon-news.de bedankt sich bei Kati Wilhelm für die freundliche Zusammenarbeit, die das Entstehen dieses Berichts erst ermöglicht hat! Wir wünschen ihr und ihrer Familie von Herzen alles Gute für die Zukunft!

Foto: Karl-Heinz Merl, Biathlon-News.de

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