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Mittwoch , 14 November 2018

Vanessa Hinz freut sich auf die neue Saison!

Vanessa Hinz – Foto: Karl-Heinz Merl,TV-Sport.de

Schliersee (Karl-Heinz Merl) – Wenige Tage vor Beginn der neuen Weltcup-Saison nahm sich eine der Nachwuchshoffnungen im deutschen Damen-Biathlon Zeit für ein Interview mit Biathlon-News.de. Vanessa Hinz spricht über ihre Erfahrungen bei den ersten Weltcup-Rennen, über ihren Trainingsablauf und was die 22jährige Schlierseerin für Ziele in der kommenden Saison hat!

In wenigen Tagen beginnt die neue Biathlon-Saison. Welche Ziele hast Du Dir dafür gesteckt?
Mein Ziel ist es meine beste Weltcupplatzierung (Platz 21in Oslo) zu verbessern und mich für das Weltcupteam anzubieten; ich habe  im Sommer viel an meinem Stehend Anschlag gefeilt und hoffe das auch im Winter umsetzen zu können.

Du warst Sportsoldatin und gehörst jetzt zum Zoll Ski Team. Wo und mit wem trainierst du und wie läuft so ein Trainingstag ab?
Ich war 2 1/2 Jahre Sportsoldatin der Sportfördergruppe Bischofswiesen und bin seit 01.08.2013 beim Zoll Ski Team angestellt als Zollwachtmeisterin. Ich trainiere in Ruhpolding in der Trainingsgruppe von Tobias Reiter und Remo Krug. Ein Trainingstag läuft bei uns eigentlich so ab, dass wir gegen 7 Uhr aufstehen und um halb 9 Uhr am Schiessstand stehen. Gegen halb 11Uhr sind wir meist mit dem aktiven Teil fertig; dann treffen wir uns danach  zur Videoauswertung unserer Lauf- bzw. Schießtechnik. Danach geht’s heim zum Mittagessen, regenerieren heisst meist schlafen, und gegen halb 4 Uhr beginnt die zweite Einheit, die oft etwas kürzer ist als die am Vormittag, so dass wir gegen 18 Uhr Abendessen und uns danach noch Dehnen, Trockentraining mit der Waffe machen und diese putzen.

Wie ist die Vorbereitung auf die neue Saison aus deiner Sicht bisher gelaufen?
Meine Vorbereitung ist sehr gut verlaufen ich war kaum krank, hatte also fast keinen Trainingsausfall, was im Sommer wie im Winter erstmal das Wichtigste ist. Ich habe, wie oben schon erwähnt, sowohl an meiner Stehendtechnik, als auch an meiner Lauftechnik gearbeitet.

Gab es bestimmte Schwerpunte in deiner Trainingsarbeit, was im Hinblick auf die neue Saison zu einer Verbesserung führen soll?
Ja, ich habe an meiner Spritzigkeit und meinem Abdruck gearbeitet durch spezielles Sprinttraining und durch gezielte Koordinationsübungen, wie zum Beispiel Hürdenspünge oder eine Strickleiter am Boden.

Was vielleicht die wenigsten wissen: Du bis im Jahre 2012 von den Langläufern zu den Biathleten gewechselt. Was war der Grund dafür?
Ja, das stimmt. Die Situation war damals so, dass mehrere Langläuferinnen am Ende der Saison von dem DSV eingeladen wurden an einem Biathlon- Schießlehrgang teilzunehmen. Mich hat die Kombination aus Schießen und Laufen schon immer ein bisschen gereizt, also habe ich die Chance genutzt und es ausprobiert. Nach 1 Woche Lehrgang, bin ich erstmal in den Urlaub geflogen, um einfach mal abzuschalten und mir Gedanken zu machen, und am Ende stand mein Entschluss fest: Das wird meine neuer Sport!

Wie schaut bei Dir die restliche Vorbereitung auf die neue Saison aus?
Die letzten 3 Wochen vor den  Rennen werden noch einmal für intensive Einheiten genutzt; wir sind gerade  in Sjusjoen (Norwegen) und laufen die ersten Testrennen; am Montag (24.11) geht’s dann weiter nach Beitostolen zum ersten IBU Cup und danach wird entscheiden, wer im IBU-CUP bzw. im Weltcup startet.

Du durftest bei der Olympischen Generalprobe im März 2013 in Sotschi deine Weltcuppremiere feiern. Welche Erinnerungen hast Du daran?
Das sind ziemlich gemischte Gefühle –  der erste Weltcupstart. Leider sind die Rennen nicht so gelaufen wie ich es mir vorgestellt habe – ich konnte meine Laufleistung nicht zeigen. Trotzdem habe ich auch daraus eine Menge gelernt. Die Eindrücke vom Wettkampfgeschehen und von Sotschi selbst waren schon prägend, das olympische Dorf war zwar noch nicht ganz fertig, aber man konnte sich die Größe des Ganzen schon vorstellen. Diese positive Erfahrung aus Sotchi möchte ich in 4 Jahren auch miterleben!!!

Nach dem Karriereende von Andrea Henkel befindet sich die deutsche Damenmannschaft in einem weiteren Umbruch. Werden wir Dich nach Antholz und Pokljuka 2014 auch weiterhin im Weltcup sehen?
Stimmt – wir sind nun ein ziemlich junges Team, aber wir haben ja auch mit Miriam Gössner und Franzi Hildebrandt zwei „alte Hasen“ dabei, die uns viele Tipps geben können. Ich hoffe doch, dass ich dieses Jahr auch die Chancen im Weltcup bekommen werde, doch das entscheidet sich erst nach dem ersten IBU Cup in Beitostolen nächstes Wochenende.

Deine Sportart ist durch die Staffelbewerbe, die Einzel- und Verfolgungs-entscheidungen, aber auch durch die Sprintrennen sehr abwechslungsreich. Was dürfen wir über deine Lieblingsdisziplin in Erfahrung bringen, und welche Loipe taugt dir am besten?
Dass ist eine schwierige Frage jeder Wettkampf hat so seine Reize, Staffelwettbewerbe haben einen besonderen Reiz, weil man eben für eine Mannschaft läuft und dafür auch Verantwortung trägt. Im Sprint darf man sich keinen Fehler erlauben weil alles so eng zu geht und in der Verfolgung kann man durch das Schießen so viel gut machen aber auch verlieren. Ich glaube diese Wettkampfform gefällt mir am besten. Meine absolute Lieblingsloipe ist die in Obertilliach, die hat einfach was. Schon zu meinen Langlaufzeiten habe ich dort tolle Wettkämpfe gehabt und dann natürlich die JWM Biathlon 2013; dieses Ereignis werde ich so schnell nicht vergessen. Und mein erstes Trainingslager von meinem Heimatverein Skiclub Schliersee ging nach Obertilliach – und an den trainingsfreien Wochenenden fahre ich am liebsten nach Bayrischzell im Landkreis Miesbach – Natur pur, Idylle und … Km pures Langlaufvergnügen!!!

Was möchtest du Sportlern raten, die meinen nur wegen des Talents ‚nach oben‘ zu kommen? Warum sind Eigenschaften wie Ehrgeiz, Bescheidenheit und Fleiß genauso wichtig bei der Ausübung deiner Sportart?
Ich denke diese Eigenschaften wie Ehrgeiz, Bescheidenheit oder auch Fleiß sind in jeden Job das A und O, wenn man was erreichen will! Das ist  im Sport nicht anders. Die einen haben mehr Talent, die anderen dafür mehr Ehrgeiz, so hält sich das alles in der Waage, doch wenn man ganz oben stehen will, braucht man von allen Eigenschaften  das gewisse Maß. Jedoch bin ich der festen Überzeugung, dass eine erfolgreiche Sportlerin auch noch andere Persönlichkeitsmerkmale besitzen muss: Kontinuität, Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit, um nur einige zu nennen. Ich würde mir oftmals etwas mehr „Geduld“ wünschen!

Noch ein paar persönliche Fragen an dich:

Wo kommst Du her und hast Du auch noch Geschwister, die Sport treiben?
Ich komme aus Schliersee in Oberbayern, ging dort in den Kindergarten, in die Grundschule und besuchte bis zur 10. Klasse das Gymnasium in Miesbach. Anschließend wechselte ich auf das CJD- Gymnasium, ins Internat nach Berchtesgaden; nach dem Abitur bezog ich meine Wohnung am  Stützpunkt in Ruhpolding. Doch wenn mich wer fragt, ist meine Heimat ganz klar Schliersee. Hier wohnt meine Familie und meine Freunde. Ich habe noch eine jüngere Schwester Viktoria, die anfangs auch auf regionaler Ebene Langlaufrennen bestritt; sie ist ein Jahr jünger als ich und hat am Managementcenter in Innsbruck ihre Leidenschaft gefunden.

Was machst Du in deiner Freizeit, welche Hobby’s hast du und welche Musik hörst du gerne?
In meiner Freizeit probiere ich immer wieder neue Marmeladenrezepte aus,  koche ab und zu mit Freunden asiatisches Essen und lese gerne gute Bücher . Wenn wir mal eine ganze Woche frei haben, verreise ich meistens mit Freunden oder mit meiner Familie in unsere „zweite Heimat“ Nordzypern; dort kann ich so richtig abschalten (Ruhe, Berge und das Meer) und fühle mich dort seit 21 Jahren heimisch. Tagsüber höre ich hauptsächlich die Charts,wenn ich Zeit und Ruhe habe, höre ich  klassische Musik, Opern bzw. Musicals an- das habe ich wohl von meinem Opa geerbt.

Was bringt Dich aus der Fassung bzw. ärgert Dich?
Aus der Fassung bringt mich so schnell nichts, doch mit  Lügen und Ungerechtigkeit kann ich sehr schlecht umgehen; ebenso finde ich lang andauernde Streitphasen für unsinnig;  wenn ich einen schlechten Wettkampf abgeliefert habe, ist es besser, wenn man mich erst mal in Ruhe lässt – ich brauche eine gewisse Zeit, um wieder „herunter“ zu kommen;

Wer ist dein Vorbild im Biathlon und warum?
Diese Frage kann ich definitiv beantworten; seitdem ich auf Langlaufski stehe, ist mein Vorbild Ole Einar Björndalen! Mit welchem Perfektionismus er seine Sportart ausübt, wirkt schon immer faszinierend auf mich. Er benutzt sein Hirn um seinen Körper zu bewegen und das kann man schon beim Aufsetzen seines Skis bis zum Abdruck erkennen; von ihm kann man weit mehr lernen als in einem Buch steht!  Er ist für mich der herausragendste Leistungsportler, den ich kenne. Er ist für mich von Anfang an ein großartiges Vorbild.

Welche Schlagzeile würdest Du gerne am Ende des kommenden Biathlonwinters inklusive Welttitelkämpfen in Finnland über sich lesen?
Ich bin schon immer ein sehr realistich denkender Mensch und für die Phantasie ist in meinem Hirn nicht allzuviel Platz; daher würde ich mir als Schlagzeile eines meiner Ziele für diesen Winter wünschen: Vanessa Hinz hat sich im Weltcup etabliert und ihre beste Platzierung bei der WM in Kontiolahti erreicht!

Liebe Vanessa, vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wir wünschen Dir viel Erfolg in der kommenden Saison!

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