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Samstag , 21 Juli 2018

Südtiroler Biathleten im Interview: Heute Daniel Taschler

Daniel Taschler – Foto: Serge Schwan

Antholz – Daniel Taschler hat die Liebe zum Biathlonsport bereits in seinen Genen mitbekommen. Sein Vater ist der bekannte Südtiroler Biathlet Gottlieb Taschler.

Seit 2004 gehört der 1987 geborene Daniel dem italienischen Nationalkader an.

Er zählt bereits die Teilnahme fünf Junioren-Weltmeisterschaften sein Eigen. Die beste Platzierung war der achte Rang im Einzel bei der WM 2006 in Presque Isle. Noch besser verlief es bei der Biathlon-EM 2011 in Ridnaun. Dort konnte er im Einzel den fünften Platz belegen und schrammte knapp an einer Medaille vorbei. In der gleichen Saison erfolgte sein Weltcupdebüt.

Im Gespräch stand uns der Pustertaler Sportler über vieles Rede und Antwort. Doch lesen Sie selbst.

Biathlon-News.de: Daniel, warum ist dein Vater Gottlieb Schuld daran, dass du auch zum Biathlonsport gekommen bist oder hast du jede denkbare Sportart ausgeübt, ehe du – deinen Heimatort Antholz vor Augen – wie von selbst zu dieser Disziplin gekommen?

Daniel Taschler: Mein Vater hat sicher einen großen Anteil daran, dass ich zum Biathlon gekommen bin. Seit meiner Kindheit prägt dieser Sport nicht nur mich, sondern meine ganze Familie. Ich habe zwar als Kind mehrere Sportarten, wie etwa Ski alpin oder Fußball, ausgeübt, dennoch war es für mich eigentlich schon recht früh klar, dass ich mich im Biathlon versuche. Da mein Vater selbst ein sehr erfolgreicher Biathlet war, wollte ich zu Beginn so werden wie er. Zudem findet ja bei uns jährlich der Biathlonweltcup statt, und so ließ ich mich von dieser Disziplin fesseln.

Biathlon-News.de: Bleiben wir kurz bei Vater Gottlieb: Ist er so etwas wie dein erster Förderer, Freund und Fan?

D. T.: Ich würde sagen, dass er mein größter Förderer ist; dennoch ließ er mir sämtliche Entscheidungen frei, meine Interessen durchzusetzen. Unser Verhältnis ist sehr gut, und ich hole mir des Öfteren Tipps und Tricks, was dann in mancher Herangehensweise sehr hilfreich ist. Manchmal wird zu Hause dann viel diskutiert und besprochen. Ich bin sehr froh darüber, dass ich auf eine solch große Unterstützung sowohl zählen als auch sie genießen darf.

Biathlon-News.de: Zur Gegenwart: Was hast du in der Sommerzeit gemacht, um dich optimal auf den bevorstehenden Winter vorzubereiten?

D. T.: Ich habe mich mit meiner Militärsportgruppe auf den Winter vorbereitet; gemeinsam mit den Langläufern trainieren wir für die bevorstehende Saison. Über den Sommer haben wir sehr an der Grundlagenausdauer und dem Intervalltraining gearbeitet. Mir hat es sehr geholfen; so kann ich meine Leistungen in der Loipe verbessern. Zurzeit sind wir im Höhen- bzw. Gletschertraining, also in der heißen Phase der Vorbereitung. Ich bin verletzungsfrei und ohne größere Probleme durch den Sommer gekommen. Daher hoffe ich auf einen guten Start in die Saison.

Biathlon-News.de: Hast du beim Biathlon ein besonders Ritual, indem du etwa beim Stehendschießen von rechts nach links alle Scheiben abräumst?

D. T.: Ein besonderes Ritual habe ich eigentlich keines. Ich schieße immer von rechts nach links. Das hat mir in meiner Jugend mein Trainer so beigebracht; und dies habe ich dann beibehalten.

Biathlon-News.de: Was sind aus deiner ganz persönlich-ehrlichen Sicht deine Schwächen und Stärken?

D. T.: Meine große Stärke ist sicherlich das Schießen. Ich hatte in meinen Jugendjahren einen sehr, sehr guten Trainer. Durch ihn habe ich mich ständig verbessern können und bin, so glaube ich, auf einem sehr guten Niveau. Dennoch hat man im Schießen nie ausgelernt, man kann sich immer noch verbessern, um sicherer und schneller zu werden. Meine größte Schwäche ist wahrscheinlich der mentale Faktor. Zu viel Druck baue ich mir selbst auf, und zu viele Gedanken schwirren in meinem Kopf. Dadurch verschwende ich zu viel Energie. Letzthin habe ich sehr daran gearbeitet, und ich hoffe, dieses Manko in den Griff zu bekommen.

Biathlon-News.de: Weshalb ist das Südtiroler Biathlon-Mekka Antholz keinesfalls mehr von der Biathlon-Landkarte wegzudenken?

D. T.: Ich denke, der Biathlonweltcup in Antholz ist etwas ganz Besonderes, zumal die ganzen Menschen, das ganze Tal und alle Ehrenamtlichen und Mitarbeiter mit Herz und Seele dabei sind. Außerdem sind die Landschaft und die Natur einmalig. Es herrscht immer eine gute Stimmung im Stadion, und das Wetter spielt meistens mit. So gesehen ist Antholz sehr beliebt bei den Zuschauern und nicht mehr vom Biathlonzirkus wegzudenken.

Biathlon-News.de: Wenn du daheim am Schießstand stehst bzw. in der Loipe mit den Konkurrenten um wertvolle Plätze und Sekunden kämpfst, welche Emotionen kommen da hoch, und welche Gedanken schießen dir da durch den Kopf?

D. T.: Ich glaube, ein Athlet sollte immer versuchen, im Wettkampf die Gedanken und Emotionen auszublenden, was jedoch nicht immer ganz einfach ist, besonders, wenn man zu Hause an den Start geht. Das habe ich selbst bei meinem ersten Weltcupeinsatz in Antholz gemerkt. Da haben mir meine Nerven einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich habe daraus gelernt und versucht, mit dem Druck umzugehen, was mir, so denke ich, in der Zwischenzeit sehr gut gelingt.

Biathlon-News.de: Schießen oder Laufen: Welche Teildisziplin deiner spannenden Sportart gefällt dir besser, und warum?

D. T.: Ich glaube, die Kombination aus Schießen und Laufen gefällt mir und fasziniert mich an dieser Sportart. Im Biathlon kann oft das letzte Schießen zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Die Spannung ist bis zum Schluss garantiert. Das macht diesen Sport so interessant.

Biathlon-News.de: Was machst du einmal, wenn du nicht an die Langlaufloipe und den Schießstand denkst?

D. T.: In meiner Freizeit verbringe ich die meiste Zeit mit meiner Freundin, am meisten entspannen kann ich im Schwimmbad oder in der Sauna. Ansonsten betreibe ich auch außerhalb meiner Trainingseinheiten sehr viel Sport. So jage ich dem runden Leder nach oder spiele auch eine Tennispartie mit meinen Freunden. Da ich sehr viel – über das ganze Jahr gerechnet – unterwegs bin, genieße ich sehr die Zeit, die ich mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen kann.

Biathlon-News.de: Bei welchen Rennen und in welcher Rennserie werden wir Daniel Taschler in der herannahenden Saison 2013/14 finden?

D. T.: In welcher Rennserie ich an den Start gehen werde, wird sich bei den Ausscheidungswettkämpfen im November zeigen. Mein großes Ziel sind sicherlich der Weltcup und eine Teilnahme an den Olympischen Spielen. Dafür habe ich das ganze Jahr hart und konsequent gearbeitet, und dafür werde ich alles geben. Ich hoffe, dass ich gesund und von Verletzungen verschont bleibe. Dann werden wir sehen, was im Winter möglich ist und alles herausspringt.

Biathlon-News.de: Bleibt die Frage nach deinem Lebensmotto! Warum ist es oft schwer, dem gerecht zu werden und nach ihm zu leben?

D. T.: Mein Lebensmotto lautet livestrong, das ist das Motto des inzwischen gefallenen Radstars Lance Armstrong. Er war immer (bis vor kurzem) ein Idol für mich; nichtsdestotrotz habe ich das Lebensmotto behalten, und ich trage auch immer noch das gelbe Armband. Zudem habe ich mir diesen Schriftzug tätowieren lassen. Das soll mich tagein tagaus erinnern, hart an sich selbst zu sein. Das gilt besonders für das Training, aber auch in meinem Alltag. Es ist nicht immer einfach, danach zu leben und auf vieles verzichten zu müssen; dennoch habe ich mich für diesen Weg entschieden. Überdies bin ich sehr froh darüber, dass meine Familie und meine Freunde hinter mir stehen und mich unterstützen, sei es an guten wie auch an schlechten Tagen.

Bericht und Interview für Biathlon-News.de: Andreas Raffeiner

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