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Montag , 24 September 2018

Südtiroler Biathleten im Gespräch: Heute Karin Oberhofer

Feldthurns – Karin Oberhofer ist eine Südtiroler Biathletin, die in einigen Wochen 28 Jahre alt wird. Sie lebt in Feldthurns und gehört der Heeressportgruppe an. Vor acht Jahren nahm die liebenswerte Eisacktalerin das erste Mal bei einer Junioren-WM teil. Das war im nordkarelischen Kontiolahti. Schon im Folgejahr ging sie erneut bei einer Junioren-WM an den Start. Im US-amerikanischen Presque Isle konnte sie mit drei Top-15-Resultaten ihr Talent aufblitzen lassen, zumal sie in Schulzeiten – wie sie im Gespräch erzählt – noch eine klassische Langläuferin war.

Bereits kurze Zeit später feierte sie ihr Debüt im Europacup. Ihr erstes Großereignis war die Heim-WM der Senioren 2007 in Antholz, wo sie mit ihren Kolleginnen lange um eine Staffelmedaille kämpfte, ehe sie am Ende etwas einbrach und trotzdem den guten achten Schlussrang belegte. Mit der Zeit stellten sich auch zählbare Ergebnisse im Weltcup ein.

Während der Biathlon-WM im mährischen Nové Město im Februar dieses Jahres schrieb sie gemeinsam mit ihren Staffelkolleginnen Dorothea Wierer, Nicole Gontier und Michela Ponza als Schlussläuferin der azurblauen Biathlon-Damenstaffel italienische Sportgeschichte. Noch nie hatte eine Damenstaffel in dieser Disziplin eine WM-Medaille errungen. Dabei kann man mit Fug und Recht behaupten, dass diese Bronzemedaille wie Gold leuchtete. Dementsprechend topmotiviert möchte die Feldturnerin in die neue Weltcupsaison starten und mit vielen guten Platzierungen ihre gute Form beweisen und in Sotschi vielleicht für eine Überraschung sorgen.

Lesen Sie selbst, was Oberhofer uns in einem kleinen Gespräch alles erzählt.

Biathlon-News.de: Karin, wenn wir einen kleinen großen Blick zurück werfen dürfen. Wann hast du deine Liebe zum Biathlonsport entdeckt, und was war der Hauptauslöser dafür?

Karin Oberhofer: Obwohl ich in der Malser Sportoberschule mit dem Langlauf begonnen hatte, wuchs dort meine Begeisterung für den Biathlonsport. Ich musste jedoch aber meine Eltern davon überzeugen, was ein Jahr lang gedauert hat.

Biathlon-News.de: Wer waren die Vorbilder deiner Jugend, und von welchen jetzigen Athletinnen holst du dir heute noch den einen oder anderen Ratschlag?

K. O.: Mein Vater war immer ein großes Vorbild für mich. Er hat auch an vielen nationalen und internationalen Wettkämpfen, sei es an Olympischen Spielen wie auch an Weltmeisterschaften, im Behindertensport teilgenommen.

Biathlon-News.de: Mit dem dritten Rang beim WM-Staffelrennen hat das azurblaue Biathlon-Damenteam Sportgeschichte geschrieben. Dürfen wir uns so eine riesengroße Leistung auch in Sotschi erwarten?

K. O.: Ich sage immer, bitte erwartet euch nichts! Auch diese WM-Medaille hat sich niemand erwartet. Wir haben uns die letzten Jahre stets gesteigert. Wir werden alle unser Bestes geben! Es braucht sehr viel Glück, und bei so einem Wettkampf muss alles stimmen.

Biathlon-News.de: Wenn wir kurz die jüngere Vergangenheit und die Gegenwart betrachten. Wie lange hast du nach einer kraftraubenden und vielleicht auch nervenzehrenden Saison Zeit für dich, ehe die Sommertrainingseinheiten auf dem Kalender stehen?

K. O.: Im April hatte ich immer wieder Termine, und dann hat auch das Training schon wieder angefangen. Aber ich habe mir im Sommer eine zehntägige Pause gegönnt und bin mit meinen Patenkind nach Sardinien gefahren und habe dort Kraft tanken können.

Biathlon-News.de: Zum Biathlon selbst: Was sind zum einen deine Stärken und Schwächen und zum anderen, was hast du lieber, das Schießen oder das Laufen, und warum?

K. O.: Ich mache beides gerne. Zu meinen Stärken zählen Ausdauer und Durchhaltevermögen, zu meinen Schwächen manchmal zu viel Angst und Respekt!

Biathlon-News.de: Du bist kein Showgirl auf der Loipe bzw. dem Schießstand, sondern eher eine Kämpfernatur und eine emsige Arbeiterin, ganz ohne Allüren. In welchen Situationen sind im Spitzensport die genannten Eigenschaften effizienter und besser?

K. O.: In jedem Wettkampf muss man das Beste geben und alles aus sich herausholen. Ich habe immer sehr konzentriert gearbeitet; dadurch hoffe ich, dass ich mich weiterhin verbessern kann.

Biathlon-News.de: Magdalena Neuner, die über einige Zeit auch deine Wegbegleiterin war, ist eine ausgezeichnete Strickerin. Gibt es auch so ein Hobby, das du gerne ausübst und dich damit auch rühmst?

K. O.: Ja, ich bastle sehr, sehr gerne. Ich probiere immer alles aus, von Malen bis Sticken, Häkeln, Dekorieren, Salben und Cremen selbst machen, usw. Auch die Gartenarbeit mit Kräutern, Blumen, Obst und Gemüse gehören zu meinen Hobbys. Leider fehlt mir oft die nötige Zeit!

Biathlon-News.de: Nun schauen wir in die bevorstehende Olympiasaison 2013/14. Was hast du dir für den bevorstehenden Winter eigentlich vorgenommen, und weshalb ist die Teilnahme an den Winterspielen in Sotschi ein Saisonhighlight für dich, an dem du unbedingt teilnehmen möchtest?

K. O.: Mein Ziel ist es, gesund zu bleiben, denn nur dann hat man wirklich eine Chance. Ich hoffe, dass ich konstant bleibe und mich von Rennen zu Rennen steigern kann. Die Olympischen Winterspiele sind für jeden Sportler ein Highlight. Allerdings muss ich mich erst dafür qualifizieren, und aus diesem Grund denke ich noch nicht zu viel darüber nach.

Biathlon-News.de: Wenn du dann in Sotschi bist, gibt es auch Wintersportdisziplinen, die auf dein Interesse stoßen, oder bist du nur auf deine Einsätze, Trainingseinheiten und Wettkämpfe konzentriert, so dass kaum Zeit für einen Blick über den Biathlon-Tellerrand bleibt?

K. O.: Leider bleibt dort wenig Zeit, um anderen zuzusehen, da man selbst trainieren muss und Wettkämpfe hat. Aber das Tolle ist, das man die anderen Sportler immer wieder trifft.

Biathlon-News.de: Jetzt kommen – und das ist im Rahmen der biathlon-news.de-Interviews ein Novum, zehn Fragen im Schnelldurchlauf, auf die du mit JA oder NEIN antworten darfst oder sollst. Ein „JEIN“ ist im Ausnahmefall auch erlaubt.

1.     Hast du einmal wie Magdalena Neuner die Scheiben deiner Gegnerin abgeräumt?    Ja, ich habe 2 Schuss bei einen Italienpokal auf die Nachbar Scheibe geschossen, dann habe ich es bemerkt und auf meiner weiter geschossen (lacht).

2.     Würdest du gerne einmal mit Ole-Einar Björndalen in einem Aufzug stecken bleiben? Ja, natürlich : )

3.     Hast du, abgesehen von deiner Tätigkeit als Biathletin, den Winter lieber als den Sommer? Mir gefällt die Abwechslung.

4.     Hast du die Medaille oder den Scheck für den dritten Rang in der Staffel sicher im Tresor der Raiffeisenbank von Feldthurns gut versteckt? Nein.

5.     Im Skifahren gibt es Paralleltorläufe in der Stadt. Kann man sich das auch für den Biathlonsport vorstellen? Ja

6.     Ist deine Teamkollegin Dorothea Wierer eine gute Köchin? Ja.

7.     Hattest du schon eine schwere Verletzung im Laufe deiner sportlichen Laufbahn? Ja, Beinbruch und Mandel-OP

8.     Wirst du aus Sotschi eine Medaille nach Hause bringen? Wenn ich das wüsste…

9.     Wurdest du einmal bei einem Rennen wegen einer läppischen Zehntelsekunde Vierte? Ja.

10.   Könntest du zum gegenwärtigen Zeitpunkt dir ein Leben ohne Loipe und Schießstand vorstellen?  Jetzt nicht, später schon.

Biathlon-News.de: Mit welcher Begründung könntest du jemanden überzeugen, deinen interessanten und durchaus spannenden Sport zu betreiben?

K. O.: Man erlebt viel, sieht viel und lernt immer etwas Neues dazu. Dazu gehören auch sowohl die Spannung als auch die Abwechslung.

Biathlon-News.de: Bleibt die abschließende Frage: Was wünschst du dir für deine Zukunft, privat und sportlich?

K. O.: Ich wünsche mir Gesundheit und Zufriedenheit!

Interview für Biathlon-News.de: Andreas Raffeiner

 

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