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Donnerstag , 27 April 2017

Maren Hammerschmidt: Eine engagierte Tierschützerin freut sich auf die nächste Saison

Foto: Karl-Heinz Merl, TV-Sport.de
Foto: Karl-Heinz Merl, TV-Sport.de

Ruhpolding – Maren Hammerschmidt lebt in Ruhpolding, wo sie am Olympiastützpunkt in der Chiemgau-Arena trainiert. Die Zolloberwachtmeisterin gehört dem Zoll Ski Team an und startet für den SK Winterberg.

Hammerschmidt engagiert sich aktiv für den Tierschutz. Nach dem Ende der Saison 2015/16 versteigerte sie ihre signierte Startnummer aus dem Staffelrennen bei den Biathlon-Weltmeisterschaften 2016 in Oslo bei ebay, um für den „Freundeskreis BrunoPet“ Geld zu sammeln. Diese Organisation unterstützt Tierheime für Straßenhunde in Rumänien. Einen Teil ihres Urlaubs nach dem Ende der Wettkämpfe verwendete Hammerschmidt dafür, um vor Ort mitzuhelfen.

Wenige Wochen vor Beginn der Saison hatte Biathlon-News.de die Gelegenheit, mit Maren Hammerschmidt zu sprechen.

Maren, seit wann übst du Biathlon aus, und weshalb ist Biathlon die schönste Sportart auf der Welt?
Maren: Ich bin im Alter von 7 Jahren über einen Schnupperkurs unserer Skiklubs in Winterberg erstmalig mit Biathlon in Kontakt gekommen. Für mich ist Biathlon einfach die perfekte Kombination aus Ausdauer, Sprint und Präzision.

In Hochfilzen standest du in der vergangenen Saison dreimal auf dem Podest. Mit welchem Gefühl schaust du mit solchen Ergebnissen der WM in Österreich entgegen?
Maren: Hochfilzen nimmt für mich natürlich einen besonderen Stellenwert ein. Damals passte in dieser einen Woche einfach alles zusammen. Die Strecken dort liegen mir und ich hoffe natürlich, dass ich bei der WM die Chance bekomme, an die Vorjahresleistung anzuknüpfen.

Die vergangene Saison wurdest du 25ste im Weltcup. Wo soll die Reise 2016/2017 hingehen?
Maren: Gerne weiter nach oben J. Die Top 15 sind mein Ziel.

Wie bewertest du die vergangene Saison für dich selbst. Was waren die schönsten und die unangenehmsten Momente für dich?
Maren: Es gab viele tolle Momente in der vergangenen Saison. Natürlich der Weltcup in Hochfilzen, aber auch das zweite Ruhpolding-Wochenende und der Staffeleinsatz bei der WM in Oslo wird für mich unvergesslich bleiben. Unangenehme Erfahrungen gehörten eben auch dazu. Bei mir waren es die gesundheitsbedingten Ausfälle in Antholz und die Rückschläge in dem ein oder anderen Rennen. Das gehört aber in der normalen Wettkampfsaison dazu.

Foto: Karl-Heinz Merl, TV-Sport.de
Foto: Karl-Heinz Merl, TV-Sport.de

Wo siehst du für dich selbst noch Verbesserungspotential für die kommende Saison?
Maren: Mein Schießen muss einfach noch konstanter werden. Und auch läuferisch ist noch Luft nach oben.

Hast du einen Lieblingsweltcup-Ort?
Maren: Hochfilzen und Ruhpolding.

Wie ist die Vorbereitung auf die kommende Saison bis jetzt für dich gelaufen?
Maren: Bislang bin ich verletzungsfrei durch die Saisonvorbereitung gekommen. So kann es weiter gehen.

Die Deutschen Meisterschaften in Altenberg und Oberhof waren ein erster echter Leistungstest. Wie zufrieden warst Du persönlich mit deinen Ergebnissen?
Maren: In den letzten Jahren konnte ich auf Skirollern nie ganz meine Leistung zeigen. Das hat diesmal deutlich besser geklappt, so dass ich mit dem Gesamtergebnis der DM zufrieden bin.

Was möchtest du Sportlern raten, die meinen nur wegen ihres Talents „nach oben“ zu kommen? Warum sind Eigenschaften wie Ehrgeiz, Hausverstand und Fleiß genauso wichtig bei der Ausübung deiner Sportart?
Maren: Im Schüler- und Jugendbereich kristallisieren sich sehr viele Talente heraus, die dann Dank des Talents auch immer vorn mitmischen können. Irgendwann reicht das Talent aber nicht mehr aus und muss durch hartes und konstantes Training unterstützt werden. Die Erfahrung mussten schon viele machen ;-).

Maren, nun bitten wir dich um eine ehrliche Selbsteinschätzung: Welches sind deine Stärken und deine Schwächen, die du bald oder schon im Laufe der kommenden Saison zu deinen Stärken machen willst?
Maren: Natürlich hab ich wie jeder andere Mensch meine Schwächen. Und wie jeder andere versuche auch ich kontinuierlich daran zu arbeiten. Das spielt für mich aber eher im privaten Bereich ein Rolle und weniger im Sport.

Neben dem Biathlonsport engagierst du dich auch für Tiere und giltst als die Tierliebste im Team. Wie und wo engagierst du dich?
Maren: Tierschutz fängt für mich vor der Haustür an. Wenn ich ein Tier in Not sehe (und da unterscheide ich nicht ob es ein geschwächter Igel ist der am hellichten Tag auf der Straße herum irrt, ein Regenwurm der in der Sonne zu vertrocknen droht, ein Vogel der aus dem Nest gefallen ist, ein Kaninchen welches angefahren wurde oder ein Hund der allein durch die Gegend streunt) dann werde ich tätig. Die meisten Tiere erfahren Leid und Schmerz weil die Menschen wegschauen und ihnen das Schicksal der Tiere egal ist. Mir wurde schon als kleines Kind beigebracht, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und eben nicht wegzuschauen wenn ich ein Tier sehe, welches in einer hilflosen Lage ist. Die Ignoranz und die mangelnde Empathie mancher macht mich da wirklich das ein oder andere Mal sprachlos und wütend. Wenn ich die Zeit habe dann packe ich im Tierheim der Tierfreunde Münster mit an und unterstütze dort die Tierpflege. Einmal im Jahr versuche ich zudem eine Hundeauffangstation vom Freundeskreis Brunopet in den rumänischen Karpaten zu besuchen und vor Ort mit anzupacken.

Foto: Maren Hammerschmidt Privat
Foto: Maren Hammerschmidt Privat

Du hast ja eine zeitlang mit einer veganen Sportlerernährung experimentiert und sie nach einiger Zeit wieder aufgegeben. Warum? Und wie ernährt sich eine Biathletin im Weltcup überhaupt?
Maren: Ich ernähre mich seit vielen Jahren fleischfrei also vegetarisch. Eine Umstellung auf eine rein pflanzliche also vegane Ernährung habe ich jedoch nicht vorgenommen. Mir ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung sehr wichtig, daher versorge ich und auch viele meiner Kolleginnen sich in manchen Weltcuporten selbst indem wir unsere Produkte von daheim mitbringen.

Noch ein paar persönliche Fragen an dich:
Wo kommst Du her und hast Du auch noch Geschwister, die Sport treiben?
Maren: Ich komme aus Winterberg im Sauerland. Mein älterer Bruder Bastian hat mit Sport wenig zu tun, meine Zwillingsschwester Janin war ebenfalls eine sehr erfolgreiche Biathletin, musste gesundheitsbedingt jedoch vor zwei Jahren mit dem Sport aufhören.

Was bringt Dich aus der Fassung bzw. ärgert Dich?
Maren: Siehe meine Antwort zum Thema Tierschutz 😉

Welche Schlagzeile würdest Du gerne am Ende des kommenden Biathlonwinters über dich gerne lesen?
Maren: Maren Hammerschmidt konnte ihre erste Einzelmedaille bei einer WM gewinnenJ.

Wenn du nicht Biathletin geworden wärest, in welcher Sportart hätten wir dich gesehen, oder wärest du eventuell in der Anonymität der Berufswelt komplett verschwunden?
Maren: Vielleicht im Beachvolleyball.

Biathlon-News.de bedankt sich bei Maren Hammerschmidt recht herzlich für das Interview und wünscht für die kommende Saison viel Erfolg!

 

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