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Mittwoch , 25 April 2018

Italiens Biathletinnen im Gespräch: Heute Nicole Gontier!

Nicole Gontier (ITA) – Foto: Chr. Einecke, www.cepix.de

Nicole Gontier wird am 17. November 22 Jahre alt und ist eine italienische Biathletin aus dem Aostatal. Zwischen 2008 und 2012 nahm sie an fünf Junioren-Weltmeisterschaften teil. Im Jahre 2009 erreichte sie in Canmore mit der Staffel die Bronzemedaille. Zwei Jahre in Nové Město später lief sie mit ihren Teamkolleginnen erneut im Staffelrennen zu einer Medaille, jedoch zu Silber. Dieses Ergebnis bestätigte sie ein Jahr später bei der Junioren-WM in Kontiolahti.

Bei der Junioren-EM 2012 im slowakischen Osrblie konnte sie sich im Einzelbewerb hinter Marion Rønning Huber und Olga Galitsch über die Bronzemedaille freuen. Ihr bestes Resultat im Weltcup war bisher der 24. Rang, den sie in der Verfolgung beim Heimrennen im Südtiroler Antholz erreichen konnte. Doch die Sportsoldatin und Studentin der Handels- und Wirtschaftswissenschaften möchte hoch hinaus.

Eine weitere Glanzleistung lieferte sie mit ihren Staffelkolleginnen und guten Freundinnen Michela Ponza, Karin Oberhofer und Dorothea Wierer bei der WM im mährischen Nové Město in der Saison 2012/13. Hier schrieb sie mit der Bronzemedaille im Staffelbewerb italienische Sportgeschichte. Denn noch nie konnte sich eine italienische Athletin über Edelmetall bei einer WM der Großen freuen.

Wir von Biathlon-News.de baten die sympathische Aostanerin Nicole Gontier zum Gespräch.

Biathlon-News.de: Nicole, warum ist deiner Meinung nach Biathlon die schönste Sportart, die es gibt?

Nicole Gontier: Es ist keineswegs immer die schönste, aber die unvorhersehbarste Sportart. Solange nicht alle Athletinnen die Ziellinie überquert haben, ist nichts sicher. So kann es sein, dass Biathlon an manchen Tagen die schönste, an anderen Tagen wiederum die hässlichste Sportart. (lacht)

Biathlon-News.de: Dank deiner WM-Staffelbronzemedaille im letzten Winter, die du gemeinsam mit Alexia Runggaldier, Dorothea Wierer und Karin Oberkofler in Nové Město erreicht hast,  ist das große Publikum auf dich aufmerksam geworden. Doch wer ist Nicole Gontier? Erzähle uns etwas von dir!

N. G.: Eine Selbstdefinition ist nicht meine Sache, aber ich kann sagen, dass Nicole ein einfaches Mädchen ist, das vor allem im Alltag fast immer mit einem Lächeln unterwegs ist. Im Rennen selbst lache ich nicht so oft.

Biathlon-News.de: Wie bereitest du dich im Sommer vor, und was erzählst du uns von deinen Hobbys, denen du in der warmen Jahreszeit nachgehen kannst?

N. G.: Im Sommer bereite ich mit den Rollskiern auf die bevorstehende, neue Saison vor. Ich bin auch mit dem Rennrad unterwegs, um die Kraft, die ich beim Schießen brauche, zu vereinen. Da wir oft mit der Mannschaft trainieren und unterwegs sind, bin ich selten daheim.

Wenn ich jedoch zuhause bin, verbringe ich die Zeit mit meinen Freundinnen, meiner Familie und meinem Hund. Falls ich dann noch etwas Zeit habe, widme ich mich meinem Studium der Wirtschafts- und Handelswissenschaft, das ich Turin aufgenommen habe.

Biathlon-News.de: Warum wird Biathlon in Italien von den Medien nicht so ernstgenommen, obwohl es sich dabei um eine unberechenbare und spektakuläre Sportart handelt?

N. G.: Da es nicht so viele Athleten und wenige Strukturen gibt, die diesen Sport ermöglichen, kann es sein, dass viele diese Sportart gar nicht kennen.

Biathlon-News.de: Neben dir gibt es auch andere azurblaue Biathletinnen, die Italien wieder dort hinbringen können, wo es in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren war…

N. G.: Derzeit sind wir nicht so viele Mädchen. Dessen ungeachtet gibt es sehr starke Nachwuchsläuferinnen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

Biathlon-News.de: Du bist fast 22 Jahre alt und erst seit kurzem im Weltcup auf hohem Niveau im Einsatz. Wo kannst du dich noch verbessern, um noch wettbewerbsfähiger zu sein?

N. G.: Meine Schwachstelle ist das Schießen. Zudem hoffe ich, dass ich mich hier dank eines gezielten und guten Trainings weiter verbessern kann.

Biathlon-News.de: Wirst du im nächsten Jahr den Gesamtweltcup oder lieber eine Goldmedaille in Sotschi gewinnen?

N. G.: Diese Entscheidung fällt mir nicht leicht. Sie ist sehr schwer, dennoch möchte ich mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben. (lacht)

Biathlon-News.de: Biathlon ist eine schöne und spektakuläre Sportart. Warum ist es besser, dass sich alle Kritiker ein Rennen anschauen, damit sie sich ein Bild machen können?

N. G.: Biathlon ist in der Tat sehr aufregend und zeichnet sich durch einen hohen Grad Emotionalität aus. Mit jedem Schuss, der am Schießstand abgefeuert wird, kann das Zwischenergebnis komplett auf den Kopf gestellt werden.

Biathlon-News.de: Hast du dir nie gedacht, anstelle des Biathlons im Langlauf zu starten? Oder hast du wie fast alle Athletinnen mit dem Langlaufsport begonnen?

N. G.: Ja, im Jugendsektor habe ich beide Disziplinen ausgeübt. Dann habe ich mich für den Biathlonsport entschieden, obwohl ich noch nie eine „Scharfschützin“ war.

Biathlon-News.de: Wenn du dich ehrlich betrachtest, was sind die Schwächen und Stärken von Nicole Gontier?

N. G.: Mein Schwachpunkt ist sicherlich am Schießstand zu finden. Meine positive Seite, ja Stärke, ist vielleicht der unermüdliche Einsatz, bis zum letzten Meter zu kämpfen und alles aus mir herauszuholen.

Biathlon-News.de: Vor einigen Jahren hat Magdalena Neuner ihre Karriere als Ausnahme-Athletin beendet. Welche Skijägerin könnte eine „zweite Lena“ werden, und wie lange müssen wir warten, damit wir wieder so eine Weltklasse-Sportlerin sehen werden?

N. G.: Magdalena war fürwahr eine Ausnahmeathletin, aber auch der Franzose Martin Fourcade bei den Herren und die Norwegerin Tora Berger bei den Damen stehen ihr um nichts nach.

Biathlon-News.de: Wer im Biathlon ist für dich so etwas wie ein Vorbild, ein Idol, und warum?

N. G.: Es gibt viele Biathleten, die ich bewundere, aber ich möchte Martin Fourcade nennen. Er ist ein Idol, vor allem wie er auf der Loipe und am Schießstand seine Rennen bewältigt.

Interview für Biathlon-News.de: Andreas Raffeiner

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