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Freitag , 5 Juni 2020

Interview mit Lucas Fratzscher

Foto: Deutscher Skiverband – DSV

„Ich wäre gern in Oslo gelaufen“

Lucas Fratzscher war in der letzten Saison der beste Athlet des IBU-Cups. Mit einem Punkt Vorsprung sicherte er sich die Kristallkugel der Gesamtwertung vor dem Norweger Endre Stroemsheim. Bei drei Starts im Weltcup lief er nicht in die Punkteränge. Im Interview mit Biathlon-News.de spricht der 25-Jährige über seine sportlichen Ziele und seinen Trainingsalltag in der Corona-Zeit.

Lucas, wie zufrieden bist du mit der vergangenen Saison?

Insgesamt bin ich nicht hundertprozentig zufrieden. Meine Leistung im IBU-Cup war konstant und in den Rennen hat vieles funktioniert, was ich mir vorgenommen habe. Im Weltcup konnte ich aber bei den drei Rennen, in Oberhof und Kontiolahti nicht an die IBU-Cup-Leistungen anknüpfen. Deswegen wäre ich auch sehr gern in Oslo gelaufen. Dort konnte ich in der letzten Saison zwei Mal unter die Top 15 laufen.

Wo hast du dich im Vergleich zur letzten Saison verbessert?

Mein Schießen ist besser geworden. Das Laufen konnte ich auf einem hohen Niveau halten. Trotzdem ist meine Entwicklung noch nicht abgeschlossen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Weltcup und IBU-Cup?

Ich glaube nicht, dass die Unterschiede so groß sind. Das Niveau ist im Weltcup natürlich höher. Mir fehlt einfach die Erfahrung. Ich muss mich an die anderen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel mehr Zuschauer und Medienrummel, gewöhnen.

Was sind deine Ziele für die nächste Saison?

Mein Ziel ist es, mich im Weltcup zu etablieren und dort erfolgreich zu sein. Dazu muss ich mein Training anpassen, um einen Schritt nach vorne zu machen. Ich freue mich über die Kristallkugeln des IBU-Cups und habe dadurch den Vorteil, einen Startplatz im ersten Weltcup der neuen Saison zu haben. Mein Schwerpunkt im Sommer-Training liegt ganz klar auf der Qualifikation für das Weltcup-Team.

Wie verlief das Ende für vergangenen Saison für dich?

Als wir in Kontiolahti waren, gab es jeden Tag neue Meldungen über das Ende der Saison. Erst wurde der Weltcup in Oslo abgesagt, dann wurden die Zuschauer in Kontiolahti ausgeschlossen. Letztendlich wurde die Saison mit den Verfolgungsrennen beendet. Wir sind am nächsten Tag mit einem Charterflug nach Deutschland zurückgeflogen. Aus meiner Sicht war es die richtige Entscheidung, da wir so noch ohne Verzögerungen nach Hause kamen. Danach wurden die Maßnahmen verschärft.

 

Foto: Andrej Ivanov

Wie gehst du mit der derzeitigen Situation um?

Man muss kreativ sein. Im Training muss ich mich einschränken, aber es ist wichtig weiter aktiv zu bleiben und sich zu bewegen. Es ist auch möglich draußen zu trainieren, wenn man sich an die Abstandsregeln hält. Zum Glück hatte ich in diesem Jahr noch keinen Urlaub geplant. In dieser Situation zahlt sich meine Spontanität aus.

Wie geht der Deutsche Ski-Verband mit der Corona-Krise um?

Wir bekommen regelmäßig E-Mails vom DSV mit Informationen über die aktuelle Lage und dazu wie das Training in unseren Trainingsgruppen weiter geht.

Machst du dir Gedanken darüber, wie es weitergeht, wenn das Training nicht wie gewohnt im Mai wieder starten kann?

Im Moment gehen alle davon aus, dass ein normaler Trainingsstart möglich ist. Falls es nicht gehen sollte, wäre das schade, ist aber kein Weltuntergang. Wir werden Lösungen finden. Biathlon ist eine Einzelsportart. Ich freue mich aber darauf, meine Freunde wiederzusehen.

Glaubst du, dass der Biathlonsport nachhaltig beeinflusst wird?

Ich hoffe, dass sich die Situation bald lockert und ein normaler Alltag wieder möglich ist. Bis jetzt hat Corona keinen Einfluss auf unser Training oder die neue Saison. Wir Wintersportler konnten unsere Saison gerade noch beenden und hatten keine großen Beschränkungen. Durch die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokyo beispielsweise müssen viele Sportler andere Herausforderungen bewältigen.

Wie sieht ein typischer Trainingstag bei dir aus?

Es kommt immer auf die Phase des Trainings an. Generell startet der Trainingstag zwischen 8 und 8:30 Uhr mit der Vormittagseinheit. Das Training wechselt dann täglich zwischen Schießen, Krafttraining, Ski-Roller-Einheiten oder Joggen. Nach dem Mittagessen haben wir ein bis zwei Stunden Ruhephase. Da mache ich meist einen Mittagsschlaf. Am Nachmittag gibt es eine zweite Einheit in der Trainingsgruppe.

Was machst du in deiner Freizeit?

Ich gehe gern klettern oder fahre Motorrad. Der Sommer ist in Oberhof sehr schön. Wir treffen uns dann oft am Abend an der Lütsche-Talsperre und lassen den Abend entspannt ausklingen.

Was wärst du geworden, wenn du kein Biathlet geworden wärst?

Ich weiß es nicht. Ich bin schon mit 13 Jahren auf das Sportinternat in Oberhof gekommen. Seit diesem Zeitpunkt hatte ich immer das Ziel, erfolgreicher Leistungssportler zu werden. Mein ganzes Leben ist darauf ausgerichtet. Wahrscheinlich hätte ich ein Studium begonnen.

Was bedeuten soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook für dich als Leistungssportler?

Für mich sind meine Social-Media-Kanäle eine gute Möglichkeit den Fans Informationen über meine Freizeit und Hobbys zu geben. Ich kann eine andere Seite von mir zeigen, als die des Sportlers. Ich sehen es auch als Möglichkeit mich bekannter zu machen. Es macht mir Spaß, Bilder zu posten.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Diese Frage kann ich nicht beantworten. Mir macht es Spaß, meinen Sport zu leben. Ich arbeite jeden Tag hart an mir und versuche mich zu verbessern.

Welchen Einfluss hat die aktuelle Klima-Situation auf den Wintersport?

Der wenige Naturschnee macht die Bedingungen beim Weltcup zunehmend schwieriger. Aber für mich ist und bleibt Biathlon ein Wintersport. Ich laufe gern Ski.

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