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Samstag , 19 Oktober 2019

Familienglück als oberste Priorität – Miriam Neureuther beendet Karriere

Wenige Tage nach der freudigen Nachricht, dass ihre Tochter Matilda ein Geschwisterchen bekommen wird, hat Miriam Neureuther gestern offiziell ihr Karriereende bekannt gegeben. Die 29-Jährige, die viele wohl noch unter ihrem Mädchennamen Gössner kennen werden, startet damit in einen neuen Lebensabschnitt abseits des Leistungssports, um vor allem mehr für ihre Familie da sein zu können.

Neureuther ist gebürtige Garmisch-Partenkirchnerin. Im Jugendalter war sie zunächst im alpinen Skisport aktiv, bevor sie ein Zusammenstoß mit einer Slalomstange, welche ihr unter anderem mehrere Zähne ausschlug, zurückwarf. Über Bekannte kam die Halb-Norwegerin schließlich zum Biathlon, wo sie sich nicht zuletzt aufgrund ihrer läuferischen Stärke schnell beheimatet fühlte. Bereits 2008, also vier Jahre, nachdem sie mit der neuen Sportart begonnen hatte, holte sie mit der Staffel erstmals einen Sieg: bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Ruhpolding. Im darauffolgenden Jahr gewann sie dann die Goldmedaille in der Verfolgung mit einer kleinen Sensation: Neureuther schoss damals gleich achtmal daneben, konnte jedoch mit ihrem läuferischen Talent dennoch überzeugen und sich den Sieg sichern.

Es folgten der Einstand im Biathlon-Weltcup, aber auch Einsätze im Team der deutschen Langläufer bei der Weltmeisterschaft 2009, wo sie mit der Staffel die Silbermedaille gewann. 2010 wiederholte sie diesen Erfolg bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Dennoch zog es Neureuther wenig später wieder zum Biathlon zurück, wo sie sich in den darauffolgenden Jahren prächtig weiterentwickelte, Erfolge (unter anderem 3 Einzel-Weltcupsiege) feiern konnte und bald als potenzielle Nachfolgerin ihrer Freundin Magdalena Neuner geahndet wurde.

Im Mai 2013 passierte ihr dann jedoch ein tragischer Unfall beim Mountainbiken in ihrer norwegischen Heimat: Einige Zeit lang war damals sogar unklar, ob ihr nicht der Rollstuhl drohen würde, immerhin waren 4 Lendenwirbel gebrochen und eine Bandscheibe beschädigt. Doch Neureuther hatte Glück, alles verheilte den Umständen entsprechend gut. Schon bald kehrte sie auch in den Weltcup zurück.

Die folgende Zeit war dennoch ein harter Kampf: Der Weg zurück zur alten Form schien weit, der Rücken ziepte und die alte Laufform wollte sich verständlicherweise so schnell nicht wieder einstellen. Was auch bedeutete, dass ihre Schießfehler nicht mehr einfach herausgelaufen werden konnten. Neureuther hatte somit mit vielen Rückschlägen zu kämpfen, die letztendlich mit der Olympia-Absage vor Sotschi ihren vorläufigen Höhepunkt fanden.

In den darauffolgenden Saisonen ging es dann aber stellenweise immer mehr bergauf. Dennoch verhinderten zu viele Schießfehler einen erneuten langfristigen Sprung in die Weltspitze. Nach vielen nicht zufriedenstellenden Versuchen, hier Lösungen zu finden und gesundheitlichen Problemen, stieg Neureuther im Frühjahr 2017 frühzeitig aus dem Weltcup aus.

Foto: Felix Neureuther via Facebook

Privat folgten dafür kurz darauf Höhenflüge: Miriam wurde im Oktober 2017 Mutter einer Tochter und heiratete kurz darauf ihren Lebensgefährten Felix Neureuther. Generell zog sie sich ab diesem Zeitpunkt immer mehr aus dem Sportlerleben zurück und setzte ihre Prioritäten neu. Ein eventuelles Comeback im Langlauf schien zwar immer gut möglich, nun entschied sie sich aber endgültig dagegen: Im Fokus stehen jetzt ihr Privatleben mit (bald) zwei Kindern, Mann, Hund Buddy und Familie sowie ihren eigenen Interessen.

Wir verabschieden mit Miriam eine sehr bodenständige Sportlerin, die im Team stets für gute Stimmung sorgte, voller Herzblut für ihren Sport arbeitete und trotz aller Rückschläge immer wieder neuen Mut fand. Ihre positive, lebensfrohe Art sowie ihre Begeisterung für die Natur, gesunde Ernährung, Familie und Heimat werden sicherlich vielen Biathlon-Freunden in guter Erinnerung bleiben.

Wir wünschen Miriam für ihren weiteren Weg und ihre Familie nur das Beste!

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