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Donnerstag , 25 April 2019

Ein Biathlonliebling verlässt die Biathlon-Bühne – Michael „Ebs“ Rösch über seine große Liebe

Michael Rösch gibt unter Tränen seinen Abschied vom Biathlon-Weltcup bekannt – Foto: weltcup-oberhof.de

Es sind bewegende Momente, die sich in den letzten Tagen im Biathlon-Weltcup abspielten. Wo immer Michael Rösch, von allen nur „Ebs“ genannt, auftauchte, wurden ihm gute Wünsche zugerufen und die Fan-Banner geschwungen. Denn die Rennen in Ruhpolding waren die letzten des Wahl-Belgiers, welcher bis 2012 für den Deutschen Skiverband an den Start ging. Nach 15 Jahren Präsenz im Biathlon der Weltspitze hat Rösch in Oberhof sein Karriereende verkündet. Die Tränen, die er dabei vergoss, geben einen Einblick in das Gefühlsleben des 35-Jährigen: Der Biathlon-Sport war und sei seine „große Liebe“, wie er selbst immer wieder betonte, und es falle ihm unheimlich schwer, dieser nun den Rücken kehren zu müssen. Doch seine Gesundheit und auch sein privates Glück als werdender Vater kämen in Zukunft an erster Stelle. Große Gefühle waren daher in den vielen Interviews, die „Ebs“ in den Tagen nach seiner Rücktrittserklärung geben durfte, an der Tagesordnung. Immer wieder durfte er sich aber auch an die schönen Höhepunkte seiner Karriere erinnern. Und von denen gab es einige: Olympia- und WM-Medaillen, zwei Einzelsiege und mehrere Erfolge mit der Staffel.

Bei den Olympischen Winterspielen von Turin 2006 wurde Michael Rösch mit 22 Jahren zusammen mit Ricco Groß, Sven Fischer und Michael Greis Olympiasieger in der Staffel. Drei Bronzemedaillen gewann er bei Weltmeisterschaften und feierte zwei Weltcupsiege. Der größte Erfolg nach seinem Nationenwechsel gelang Michael Rösch am 10. Dezember 2016 auf der Pokljuka, als er in der Verfolgung Sechter wurde. Das emotionale Interview nach dem Rennen wird vielen Biathlonfans im Gedächtnis bleiben. Genau, wie die flotten Sprüche, die der Sachse immer wieder zum Besten gab.

Michael Rösch dankt seinem verstorbenen Trainer Klaus Siebert nach dem 6. Platz in der Verfolgung von Pokljuka – Foto: Christian Einecke, www.cepix.de

Getrieben hat Michael Rösch in seiner Zeit als aktiver Sportler immer seine unermüdliche Begeisterung für den Biathlon-Sport. Diese ermunterte ihn, auch nach herben Rückschlägen vor einigen Jahren weiter an die eigene Stärke zu glauben und 2014 einen Neuanfang im belgischen Team zu wagen. Dort trug er maßgeblich zum Aufbau einer konkurrenzfähigen Männerstaffel bei und lenkte gleichzeitig auch den Fokus der Medien auf diese kleine Biathlon-Nation, die bis dato nur wenig Aufmerksamkeit bekam. Mehrmals übergab er als Startläufer der Staffel auf dem ersten Platz an seine Teamkollegen. Seinen Traum von den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang konnte sich Michael Rösch ebenfalls erfüllen – mit besonderem Gewehr. Durch eine Crowdfunding-Aktion sammelte er Spenden für seine Koreareise und verewigte alle Spender mit Bild auf seiner Waffe.

„Ebs“ wird dem Biathlonzirkus als ein stets fröhlicher, humorvoller und kameradschaftlicher Mitstreiter in Erinnerung bleiben. Er hat viele Sportlerkollegen über Jahre im Weltcup begleitet und in seinem Sport Geschichte geschrieben – als ein deutscher Biathlet, der in der Schweiz trainierte und für die belgische Mannschaft an den Start ging. Nun wird er sich neuen Aufgaben widmen und seine Erfüllung im Familienglück finden können. Die vielen positiven Erinnerungen an seine Biathlon-Zeit werden ihn dabei mit Sicherheit begleiten. Ebenso die große Liebe zu seinem Sport.

 

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