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Freitag , 16 November 2018

Die „Zöppel“ als Geheimwaffe. Kurz vor Sotschi kommt Andrea Henkel in Form – jetzt helfen die kleinen Tricks!

Andrea Henkel gibt blutiger Nase in jedem Rennen ihr Bestes! – Foto: Karl-Heinz Merl, TV-Sport.de

(Planegg – Viessmann-Sport) – Damals war das so: Die Vier, also Rotkäppchen, Diesel-Uschi, Apeline und Henkels Jüngste hatten „Zöppel“. Und ballerten und rannten damit im Wilden Westen zu Gold. Außerdem sorgten die „Zöppel“ drei Tage später dafür, dass noch mal Gold geschürft wurde. Alles klar?

Was klingt wie eine etwas groteske Mischung aus einem Grimmschen Märchen und einem Western-Groschenheft, kann man sachlich und hochdeutsch auch so formulieren: Bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City erreichte das DSV-Biathlon-Quartett der Damen in der Besetzung Apel, Henkel, Disl und Wilhelm Platz 1. Die vier jungen Frauen hatten sich die Haare zu kleinen Zöpfen gebunden und betrachteten das als Glücksbringer. Drei Tage später sicherte sich das Langlauf-Quartett der Damen, bei denen die ältere Schwester von Andrea Henkel, Manuela, als Startläuferin lief, ebenfalls Gold – die Marotte mit den Zöpfen hatten die Langlauf-Spezialistinnen von den Biathletinnen übernommen.

Zwölf Jahre später werden die Karten bei den Olympischen Spielen erneut gemischt, statt Wilder Westen gibt es diesmal Wilden Osten, statt Salt Lake wartet Sotschi – und siehe da, einige der „Zöppel“-Trägerinnen von einst sind noch einmal am Start. Man kann davon ausgehen, dass es für Claudia Nystad, Evi Sachenbacher-Stehle und auch Andrea Henkel das letzte olympische „Hurra“ wird, im Kaukasus, eine Autostunde weg vom Schwarzen Meer. Wobei Henkel die besten Medaillenaussichten hat, denn die Formkurve der 36-Jährigen zeigte zuletzt steil nach oben. Platz zwei und Rang eins in den Einzelentscheidungen beim Weltcup in Antholz Mitte Januar zeigten, dass mit der routinierten Thüringerin auch in Russland zu rechnen sein wird. Was die Konkurrenz nicht überrascht. Denn Andrea Henkel ist ein „Stehauf-Frauchen“. Nach ihren ersten beiden großen Titeln, den Olympia-Goldmedaillen 2002, folgte ein Leistungstief, aus dem sich Henkel erst Jahre später wieder befreien konnte. Die Heim-WM in Oberhof 2004 verfolgte sie meist als unfreiwillige Zuschauerin, im Jahr zuvor war sie erst gar nicht zu den Titelkämpfen nach Khanty-Mansijsk gereist.

Doch siehe da, 2005 folgte das Comeback mit Gold in Hochfilzen über 15 km, ihr erster Einzeltitel, weitere sollten folgen, denn Andrea brachte das Kunststück fertig, den WM-Titel in allen ausgelobten Strecken zu angeln, mit der Staffel kam sie auch des Öfteren als Erste an, so dass die Zahl der Goldmedaillen bei Welttitelkämpfen auf acht anwuchs. Bei Olympischen Spielen kamen ebenfalls noch ein paar Plaketten dazu – Silber in Turin, Bronze in Vancouver. Auch ansonsten hat Andrea Henkel schon so ziemlich alles erlebt, was man als Sportler erleben kann und muss.

Ein Daumenbruch soll symbolisch für jede Menge Verletzungen stehen, 2009 bei der WM im koreanischen Pyongchang schoss sie mal bei der Erwärmung ein Loch in eine Tür, weil sie das Magazin verwechselt hatte und das Gewehr scharf war. Am witzigsten aber war wohl die Geschichte, die sich um einen Glastisch rankt, den Henkel nach den Olympischen Spielen für das Domizil in Oberhof bestellte. Leider hatte die kleine Großbreitenbacherin bei den Maßen etwas verwechselt, der Tisch wurde wie bestellt – allerdings doppelt so groß wie benötigt –  geliefert und passte kaum in die Bude. Für Stühle war jedenfalls kein Platz mehr im Zimmer. Aus solchen Erfahrungen lernt man. Und so darf man davon ausgehen, dass sich die routinierteste Starterin im deutschen Team in Russland durch nichts aus der Ruhe bringen lassen wird. Denn bei der Leistungsdichte im Biathlon-Lager wird neben der Tagesform auch die psychische Stabilität entscheiden. Und das Vermögen, gegebenenfalls mal in die Trickkiste zu greifen. Vielleicht holt Andrea Henkel vor der Olympiastaffel ja wieder die Haargummis heraus.

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