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Montag , 20 November 2017

Die Kaisa Mäkäräinen 2.0 am Schießstand ist geboren

Kaisa Mäkäräinen (FIN) – Foto: Viessmann-Werke

Die finnische Biathletin und ihr Trainer Jarmo Punkkinen arbeiten intensiv daran, Neuerungen am Schießstand umzusetzen.

Während des Massenstartes der Weltmeisterschaften in Hochfilzen 2017 hat sich ein Bild eingeprägt, über das der persönliche Schießtrainer von Kaisa Mäkäräinen und sie selbst das gesamte letzte Frühjahr sehr viel nachgedacht und sich das Video immer und immer wieder angesehen haben.

Erst auf der Zielgeraden konnte die Finnin hier, die Arme jubelnd in den Himmel gehoben, eine beispiellose Aufholjagd beenden, die es ihr letztlich ermöglichte, die Bronzemedaille zu erringen, trotz des letzten Schießens, zu dem Kaisa noch gemeinsam mit den direkten Konkurrentinnen um die Medaille einlief und bei dem sie alle Patronen ins Schwarze beförderte, und dennoch erst an siebter Position und mit einem gehörigen Abstand zum virtuellen dritten Platz den Schießstand verließ.

Die Geschwindigkeit der Prozessabläufe am Schießstand, was also die Zeit des Anlaufens bzw. des Sichpositionierens auf der Schießmatte, das Anlegen des Gewehres und das Abfeuern der fünf Schüsse beinhaltet, sei somit das entscheidende Element, weshalb die finnische Altmeisterin mit ihrem Techniker Jarmo Punkkinen während des Sommers am meisten daran gefeilt hat.

Der 66-jährige aus Valkeala stammende Coach hat gegenüber der Zeitung Ilta Sanomat geäußert, „wir sind gerade dabei, bei jeder Teildisziplin des Schießens Sekunden gutzumachen, sei es hinsichtlich der Schnelligkeit, der Einnahme der Position am Schießstand, der Schussfrequenz oder des Aufstehens von der Matte. Das Wichtigste ist dabei, dass hier permanent Verbesserungen stattfinden.“

Punkkinnen erklärt dann, dass das Alter dabei (sie wird im Januar 35 Jahre alt) keine Rolle spiele: „In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Großteil unserer Arbeit immer um den Muskelaufbau und das Tempo auf den Brettern gedreht, was immer den Unterschied gegenüber den präziseren und schnelleren Biathleten ausgemacht hat. In den bereits absolvierten Trainingslagern haben wir nun hingegen sehr viel Gewicht auf die Zeiten am Schießstand gelegt. Es ist klar, dass die jungen, gerade in den Weltcupzirkus eingetretenen Athletinnen ihre Technik auf den Brettern verbessern und somit näher an Kaisa heranrücken werden. Genau deshalb ist es notwendig, die Schießzeiten zu verringern.“

Als Beweis für Mäkäräinens Absicht, ihre Schießzeiten zu verbessern, kann die Tatsache gewertet werden, dass sie zahlreiche Vorbereitungstage mit der Schweizer Mannschaft, vor allem an der Seite von Selina Gasparin verbracht hat. Mit der Schweizer Nummer eins im Weltcup hat Kaisa demnach gemeinsame Sache gemacht, was sich für beide Seiten als sehr nützlich und fruchtbar erwiesen hat.

Mäkäräinen hat Selina ihre „Geheimnisse“ verraten, um deren Langlauftechnik zu verbessern, und Selina hat der Finnin im Gegenzug „Ratschläge“ bzgl. der Verbesserung ihrer Geschwindigkeit und Trefferquote am Schießstand übermittelt.

Dieses ist der Kommentar der aus Ristijärvi stammenden Biathletin über die eigene Vorbereitung den Sommer über, bei der sie sich in erster Linie auf das Schießen konzentriert habe: „Die Trainings­einheiten mit der Schweizer Mannschaft sind für mich sehr positiv gewesen, ich habe hier immer das Schießen unter Wettkampfbedingungen trainiert und meine Schießzeiten stetig optimiert. Ich habe an den kleinen Details gefeilt und so versucht, auch ein bis zwei Sekunden bis zum Einnehmen der Position und zwei bis drei im Hinblick auf die Schussfrequenz herauszuholen. Wenn man all dies berücksichtigt und auf Wettkämpfe mit vier Schießeinheiten überträgt, kann das den entscheidenden Ausschlag geben, ob man eine Medaille erringt oder letztendlich vielleicht sogar ein Rennen gewinnt.

Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass ich innerhalb der Spitzengruppe der Athletinnen häufig diejenige war, die langsam im Schießen war, man muss die Zielscheiben jedoch auch in schnellerem Tempo treffen können. In meinem Alter kommt mir die Strafrunde nämlich immer länger vor.“

Was die möglichen Rivalinnen im Hinblick auf den Gesamtweltcup angeht, gibt Punkkinen gelinde gesagt eine überraschende Erklärung ab, indem er konstatiert, „Dahlmeier und Koukalova haben sich die letzten beiden Kristallkugeln untereinander aufgeteilt und werden auch in der kommenden Saison noch an der Spitze der Konkurrenz stehen. Doch auch Denise Hermann ist eine sehr starke Skiläuferin und wird ihre Trefferquote mit Sicherheit verbessern können.“

Im Hinblick auf die kommende Saison denkt Mäkäräinen nicht so sehr an die zu verfolgenden Ziele. Sie wünscht sich lediglich, bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang in Topform zu sein.

 

Übersetzung aus dem Italienischen: Theresa Vögle

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