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Montag , 23 September 2019

Der bekannteste Biathlonfan der Welt

Norbert Starke bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Östersund – Foto: Lisa Gerth

„Ich war schon in fast allen Biathlonstadien dieser Welt“, sagt Norbert Starke mit einem Lächeln auf seinem Gesicht. Und das, obwohl er in seinem ganzen Leben noch nie ein Biathlonrennen bestritten hat. Trotzdem gehören Biathlon und das Kölner Urgestein zusammen.

Mit dem Biathlonvirus infizierte sich Norbert Starke vor dem Fernseher. Damals lief noch Frank Ullrich. Im Jahr 1992 erlebte er dann erstmals ein Rennen vor Ort. Während seiner Tätigkeit als Zollbeamter bei der Finanzdirektion Erfurt fuhr er zum Weltcup nach Oberhof. Unzählige Besuche folgten. 2019 war er zum 26. Mal beim Weltcup am Rennsteig. Er hat viele Athleten kommen und gehen sehen, ist bei Erfolgen und Enttäuschungen dabei gewesen.

In den ersten Jahren seiner Biathlongeschichte war er regelmäßig in Oberhof, Ruhpolding, Hochfilzen und Antholz. Als er 2003 in Pension ging, hatte er mehr Zeit für seine Lieblingssportart und fuhr zu jedem Rennen einer Saison. Leisten konnte er sich die Ausflüge nur, weil er weiterhin gearbeitet hat. „Ich habe im Monat 70 bis 80 Stunden im Wachdienst gearbeitet. Ich bin für Biathlon arbeiten gegangen“, sagt Norbert Starke. Das Geld, das er dabei verdiente, sparte er für die Wintermonate.

Mittlerweile muss Norbert Starke sein Pensum reduzieren. Mit 78 Jahren, kann er nicht mehr an jedem Weltcuport dabei sein. „In dieser Saison war ich nicht auf der Pokljuka aber in Hochfilzen, Nove Mesto, Oberhof, Ruhpolding und Antholz.“ Die Weltmeisterschaft in Östersund ließ er sich natürlich auch nicht entgehen. Die Weltcuporte, die er mit dem Auto oder Zug erreichen kann, will er auch weiterhin besuchen.

Das einzige Stadion, das auf der Liste des Biathlonfans noch fehlt ist das „Alpensia Biathlon Centre“ in Pyeongchang. „Zu den Olympischen Spielen zu fliegen, war mir einfach zu teuer. Die Unterkünfte kosteten viel und waren sehr weit vom Stadion entfernt. Da hätte ich täglich drei Stunden mit dem Zug fahren müssen. Das war mir einfach zu viel.“ Das ein Biathlonstadion zu weit weg ist, ist übrigens keine Ausrede für den selbsternannten Biathlontourist. „Man sitzt ja eh im Flugzeug, deswegen ist es egal wie viele Kilometer das sind.“ Das schönste Biathlonstadion steht für Norbert Starke im sibirischen Tjumen. Die Stadien in Russland haben es dem gelernten Zimmermann sowieso angetan. „Auch das in Khanty-Mansiysk gefällt mir sehr gut.“

Norbert Starke ist der „heimliche Biathlonstar“. Wo er auftaucht, scharen sich die Fans um ihn. Überall wird er erkannt. Sie fotografieren sich mit ihm und fachsimpeln über die aktuellen Entwicklungen in ihrer Lieblingssportart oder den Ausgang des nächsten Rennens. Er hat sogar eigene Autogrammkarten und wurde schon von TV-Sendern interviewt. Dazu kommt noch: Norbert Starke fällt auf. Sein Rauschebart und der Hut mit den Anstecknadeln von allen Wettbewerben, bei denen er dabei war, lassen ihn außergewöhnlich aussehen. Mittlerweile sind es 400. Gesamtgewicht: drei Kilo.

Seine Bekanntheit nutzt Norbert Starke, um sich für die zukünftigen Biathleten einzusetzen. Beim Weltcup in Oberhof sammelt er Spenden für den Oberhofer Förderverein zur Unterstützung der Nachwuchsathleten. Über 10.000 Euro sind so über die vielen Jahre zusammengekommen.

In 26 Jahren Biathlon hat Norbert Starke unglaublich viele schöne Augenblicke erlebt. „Ich habe so viele Menschen kennengelernt. Wenn ich irgendwo hinkomme, kommen die Leute zu mir und interessieren sich für mich. Das ist etwas Besonderes für mich.“

Sein Erkennungsmerkmal: der Hut mit über 400 Anstecknadeln. – Foto: Lisa Gerth

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