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Mittwoch , 19 September 2018

Blick in die Saison 2016/2017: Über Favoriten, Höhepunkte und etwaige Überraschungen

Unsere Redaktion fiebert dem Saisonsstart entgegen, wie wahrscheinlich auch Sie, lieber Leser. Es wird kalt, mancherorts schneit es und man freut sich schon auf Wochenenden vor auf dem Sofa, mit heißer Schokolade oder Glühwein und Biathlon im Fernsehen. Vielleicht konnten Sie auch eine Karte für einen der Rennorte ergattern und sind live dabei, wenn es für unsere Athleten ums Ganze geht. So oder so: die Vorfreude ist groß!

Um die Zeit bis zum 27. November zu überbrücken, haben sich unsere Redakteure ihre Gedanken gemacht, was die neue Saison denn so alles bringen könnte. Wer sind unsere Favoriten? Unsere Höhepunkte? Und wen sollte man auf jeden Fall auf dem Zettel haben?

Carina Borcherding – unsere Expertin für den IBU-Cup

Kommende Woche – am 25.11. – wird es für die Biathletinnen und Biathleten des IBU-Cups schon wieder ernst: Im norwegischen Beitostölen beginnt die neue Saison. Damit fängt für mich als Redaktionsmitglied von biathlon-news.de eine aufregende Zeit an. Ich freue mich darauf, viele spannende Rennen verfolgen zu können und alte und neue Gesichter zu sehen. Sicherlich werden sich in den Starterfeldern des IBU-Cups auch wieder einige Nachwuchstalente finden lassen und es ist jedes Mal aufs Neue interessant, deren Weg in Richtung Weltcup mitzuerleben. Denn der IBU-Cup ist eine Talentschmiede abseits des Medienrummels, die zu einer der Karrierestationen vieler heutiger Weltklasse-Biathleten zählt.

Denise Herrmann könnte eine von ihnen werden. Ich bin gespannt, wie sie sich im Laufe der Saison entwickeln und in der für sie neuen Sportart behaupten wird. Es bleibt auch zu erwarten, wie die anderen deutschen Biathleten, die Seite an Seite mit ihr an den Start gehen werden, über den Sommer gekommen sind, ob sie gut trainiert haben und was für sie in dieser Saison möglich sein wird. Die Horchler-Schwestern werden in der Gesamtwertung der Frauen sicherlich wieder eine große Rolle spielen, bei den Männern haben gegen Ende der letzten Saison besonders Matthias Bischl und Florian Graf auf sich aufmerksam gemacht. Die Leistungsdichte der deutschen Mannschaft ist hoch, auch Annika Knoll, Luise Kummer und weitere deutsche Starterinnen und Starter werden mit Sicherheit wieder gute Ergebnisse bringen.

Ein anderes spannendes Thema im IBU-Cup werden wohl die Leistungen der Russen sein. Denn sowohl die russischen Damen als auch die Herren konnten sich in der vergangenen Saison oftmals als überlegene Sieger feiern lassen. Nach den bekannt gewordenen Doping-Skandalen rund um den russischen Biathlon-Sport zweifeln viele Fans nun jedoch an den sportlichen Leistungen der Athleten. Wie das Team damit umgehen wird und ob es wieder einen „russischen IBU-Cup“ geben wird, wird sich zeigen.

Nadine Horchler
Nadine Horchler

Theresa Fasching – unsere Expertin für Biathlon in Österreich

So wie jede Saison hoffe ich auch dieses Jahr, dass sich die Dominanz Martin Fourcades auf mehrere Athleten ausbreitet. Nicht weil ich es Fourcade nicht gönne, sondern weil ich spannende Wettkämpfe schätze. Anwärter, um den Franzosen zu ärgern wären wohl die Boe-Brüder, Simon Schempp und Anton Shipulin. Als Österreicherin hoffe ich natürlich, dass auch Simon Eder und Dominik Landertinger wieder etwas mitzureden haben. Auch erwarte ich ungeduldig das Weltcup-Debüt vom zweifachen Juniorenweltmeister Felix Leitner.

Bei den Mädels wird es wohl mehr Konkurrenz und mehr Anwärterinnen auf Spitzenplätze geben – Kaisa Mäkärainen, Gabriela Koukalova, Dorothea Wierer, große Teile des deutschen Teams… der Kampf um Siege und Kristallkugeln wird hier wieder reichlich spannend! Auch, ob Darya Domracheva nicht vielleicht doch zeitgerecht zur WM wieder auftauchen wird. Aus österreichischer Sicht bin ich natürlich auch gespannt, ob sich Lisa Hauser weiter steigern konnte. Gerade im Jahr der Heim-WM wäre es schön, wenn der Gastgeber bei beiden Geschlechtern konkurrenzfähig ist.

Damit wären wir auch schon beim Saisonhöhepunkt – der WM in Hochfilzen. Schnee wird es garantiert geben, das Pillerseetal gilt als schneesicher. Außerdem sind die Loipen jetzt schon reichlich bedeckt. Wer die Medaillen abstauben wird, ist schwierig vorauszusagen. Vieles kann bis dahin passieren – Verletzungen, Krankheiten, Leistungseinbrüche. Natürlich aber muss es erst einmal gelingen, an Martin Fourcade und an den deutschen Staffeln vorbeizukommen, wenngleich natürlich überall jede Menge Norweger und auch die Gastgeber ein Wörtchen mitzureden haben werden.

Lasst uns zuletzt nicht die Olympia-Generalprobe in Südkorea vergessen, das wird sicher auch spannend zu sehen, wie die dort Biathlon veranstalten.

In jedem Fall aber freue ich mich auf eine spannende Saison und eine großartige WM vor traumhafter Kulisse!

David Komatz, Dominik Landertinger und Simon Eder (v.l.) freuen sich auf den Heimweltcup. (Foto: OK Hochfilzen/C. Einecke)
David Komatz, Dominik Landertinger und Simon Eder (v.l.) (Foto: OK Hochfilzen/C. Einecke)

Karl-Heinz Merl – Gründer und Geschäftsführer von biathlon-news.de

Martin Fourcade – Klappe die Sechste?

Wie schon in den vergangenen fünf Jahren führt der Weg zum Gewinn des Gesamtweltcups auch in diesem Winter wohl nur über den französischen Superstar. Wenngleich Fourcade mit dem Verlust von Trainer Siegfried Mazet seinen wichtigsten Partner verloren hat, ist der 28-jährige Franzose für mich der Top-Favorit auf den Gewinn der großen Kristallkugel.

Aber es könnte auch die Saison der Norweger werden. Wenn Johannes Thingnes Boe am Schießstand konstant gute Leistungen zeigt, sein Bruder Tarjei wieder gesund wird und Emil Hegle Svendsen zu alter Form zurück kehrt, dann könnte die Erfolgsstory von Fourcade schon bald zu Ende sein.

Aus deutscher Sicht sind gehört auch in diesem Jahr wieder Simon Schempp zu den heißesten Favoriten auf den Gesamtsieg. Der 28jährige, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils den vierten Rang im Endklassement belegte, lieferte sich im letzten Winter heiße Duelle mit dem Franzosen. Doch am Ende stand Schempp, der einige Male mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, mit leeren Händen da. Nach überstandener Rippenverletzung im Oktober ist Schempp wieder 100%ig fit und bereit für den Angriff auf’s gelbe Trikot.

Zum erweitertern Favoritenkreis zählen für mich auch noch der Russe Anton Shipulin, der in den vergangenen beiden Jahren Platz drei und zwei in der Endabrechnung belegte, sowie der Slowene Jakov Fak.

Bei den Damen muss man auch in dieser Saison wieder mit den üblichen Kandidatinnen rechnen, egal ob das eine Gabriela Koukalova, Marie Dorin-Habert oder Dorothea Wierer ist.

Gute Chancen auf einen Rang auf dem Treppchen in der Endabrechnung haben aber auch die deutschen Mädels. Allen voran Laura Dahlmeier, Gesamtsechste im vergangenen Winter. Die 23jährige Garmischerin kam verletzungsfrei durch den Sommer und hat nach eigenen Worten sehr gut trainiert und freut sich auf die kommende Saison, ohne sich selbst großen Druck aufzulegen.

Ein gewichtiges Wörtchen bei der Vergabe der Kristallkugel mitsprechen wird meiner Ansicht nach auch Franziska Hildebrand. Die 29jährige „Grande Dame“ im deutschen Team ist die Beständigkeit in Person, was sich mit dem jeweils fünften Rang in den vergangenen beiden Jahren wiedergespiegelt hat.

Nicht aus den Augen verlieren sollte man aber auch die Finnin Kaisa Mäkäräinen sowie die Norwegerin Tiril Eckhoff, die im Sommer alle an ihrem Material gefeilt haben und bestens vorbereitete in die Saison gehen werden.

Wer das bessere Ende für sich haben wird – die Antwort gibt es am Ende der Saison.

Wir von biathlon-news.de freuen uns auf eine spannende Saison mit atemberaubenden Wettkämpfen.

Martin Fourcade (FRA) - Foto: Andrei Ivanov
Martin Fourcade (FRA) – Foto: Andrei Ivanov

Lena Neudegger – unsere Expertin für den Weltcup

Die kommende Biathlon Saison verspricht spannend zu werden. Eben genauso, wie alle anderen vor ihr es auch waren. Und obwohl man diesen Satz jedes Jahr aufs Neue hört, denkt man am Ende jeder Saison „Puh, diesmal war‘s besonders nervenaufreibend!“. Ich verfolge Biathlon nun schon seit ein paar Jahren und wage es ganz leise zu behaupten, dass ich um die Stärken und Schwächen der meisten Athleten weiß. Bei den Herren liegt für mich Martin Fourcade vorne. Er ist unheimlich stark und ausdauernd und hat schon viele Siege eingefahren, bei denen man dachte „das schafft er jetzt eh nicht mehr!“. Als größten deutschen Konkurrent für Fourcade sehe ich Simon Schempp, der in dieser Saison topfit starten kann.
Bei den Damen steht auf meinem Platz Nummer eins Laura Dahlmeier. Sie hat sich in den letzten Jahren konstant nach oben gearbeitet und verfügt auch über den starken Willen, es bis an die Spitz zu schaffen.

Laura Dahlmeier (GER) - Foto: Andrei Ivanov
Laura Dahlmeier (GER) – Foto: Andrei Ivanov

Selina Sauskojus – Redaktionsleiterin von biathlon-news.de

Die Tage sind gezählt, acht Monate Wartezeit sind nächste Woche endlich zu Ende! Für uns ist das verbunden mit viel Arbeit, aber hauptsächlich beginnt für uns die Zeit des Jahres, in der wir mit euch das teilen können, was uns mit am meisten Freude bereitet. Wir von biathlon-news.de sind natürlich der Objektivität verpflichtet. Aber sind wir mal ehrlich – jeder von uns hat die Athleten, bei denen das Herz ein bisschen hüpft, wenn sie es auf das Podium schaffen.

Natürlich, Martin Fourcade ist auch dieses Jahr wieder der Topfavorit auf den Gesamtsieg, und vermutlich auch auf diverse kleinere Kristallkugeln. Ich würde mir aber ein bisschen mehr Spannung wünschen. Besonders würde es mich freuen, wenn Johannes Thingnes Boe am Schießstand noch konstanter werden würde. In den vergangenen Jahren zeichnete sich ab, was für einen Rohdiamanten die Norweger da im Team haben. Wenn bei ihm alles zusammen läuft braucht es mindestens einen Mann vom Format Fourcade, um den kleinen Boe zu stoppen. Mein besonderes Augenmerk liegt wie in jeder Saison auch auf Ole Einar Bjoerndalen. Seit ich Biathlon schaue, ist er dabei und er fährt immer noch gute Ergebnisse ein. Gesamtsieg? Vielleicht nicht. Top-Platzierungen? Auf jeden Fall! Ebenfalls auf meinem Zettel ist Anton Shipulin. Punktuell lieferte er in der Vergangenheit große Leistungen ab, wenn er das in dieser Saison konstant hinbekommen sollte, könnte er endlich nach der großen Kugel greifen.

Bei den Damen geht es vermutlich etwas spannender zu. Dorothea Wierer, Marie Dorin-Habert, Laura Dahlmeier… die Liste könnte bis auf zehn große Favoritinnen erweitert werden. Festlegen kann ich mich hier nicht, ich drücke aber besonders der sympathischen Maren Hammerschmidt die Daumen. Besonders gespannt bin ich auf die Rückkehr von Darya Domracheva. Dorin-Habert hat bereits bewiesen, dass eine Babypause einen fast magischen Antrieb verleihen kann. Mal sehen wie das bei Domracheva ist.

Für die WM in Hochfilzen würde ich von Herzen den Österreichern einige Erfolge gönnen. Ich denke, dass ihre Vorbereitung genau auf dieses Event abgestimmt sein wird und ein Simon Eder oder eine Lisa Hauser die Konkurrenz ziemlich unter Druck setzen werden.

So oder so. Es wird spannend werden und wir werden vollkommen auf unsere Kosten kommen. Faire Wettkämpfe, gesunde Athleten, was könnte ein Biathlon-Fan mehr wollen? Wir von biathlon-news.de freuen uns darauf euch mit den neuesten Neuigkeiten und unseren Rennberichten zu versorgen und wünschen euch viel Spaß in den kommenden Monaten!

Johannes Thingnes Boe (NOR)
Johannes Thingnes Boe (NOR)

 

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