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Donnerstag , 14 Dezember 2017

Benedikt Doll – ein Biathlet, der in seiner Freizeit auch mal den Kochlöffel schwingt!

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Foto: Karl-Heinz Merl, Biathlon-News.de

Breitnau – In der Saison 204/15 gelang dem sympatischen Schwarzwälder der Durchbruch im Weltcup. Nach drei Top-10-Platzierungen in drei Rennen konnte er sich fest im Weltcupteam etablieren. In Chanty-Mansijsk gelang ihm mit dem dritten Platz im Sprint zum ersten Mal eine Podiumsplatzierung. Zwei Tage darauf wurde er Zweiter in der Verfolgung hinter dem Kanadier Nathan Smith. Im Februar 2016 gelang ihm ein weiterer zweiter Platz beim Massenstart in Canmore. Bei der WM 2016 in Oslo holte er in der Staffel die Silbermedaille.

Wenige Wochen vor Beginn der Saison hatte Biathlon-News.de die Gelegenheit, mit Benedikt Doll zu sprechen.

Die vergangene Saison konntest du auf Rang 8 der Weltcuprangliste abschließen. Bist du zufrieden gewesen mit dem Saisonverlauf? Wo siehst du noch Verbesserungspotential?
Benedikt: Über das Ergebnis im Gesamtweltcup bin ich sehr zufrieden, jedoch ist nach wie vor der Schießstand meine Schwäche und da muss ich noch einiges aufholen.

Was war dein persönlicher Höhepunkt in der letzten Saison?
Benedikt: Die WM-Staffel in Oslo. Meine erste WM-Medaille bei den „Großen“ ist doch etwas ganz Besonderes.

Was hast du in der kommenden Saison mehr im Fokus: Die WM oder den Gesamtweltcup?
Benedikt: Letztes Jahr wollte ich die Top-Ten im Gesamtweltcup erreichen und konstant gute Leistungen bringen. In diesem Jahr möchte ich aber auch mal ganz oben auf dem Podest stehen, egal ob der WM oder im WC.

Im Fernsehen sieht man dich vor den Rennen immer mit Headphones auf den Ohren. Mit welchen Songs putschst du dich denn vor dem Start auf?
Benedikt: Da gibt es nicht nur das eine Genre, sondern je nach Laune viel verschiedene Musikstile.

Die Stimmung im deutschen Team scheint immer sehr gut zu sein – mit wem teilst du dir bei den Weltcups ein Zimmer und wie gestaltet das Team die freie Zeit während den Renn-Wochenenden?
Benedikt: In der letzten Zeit war ich meistens mit Simon auf dem Zimmer, aber bei uns könnte jeder mit jedem aufs Zimmer. Jeder kommt mit jedem gut aus. Bei den Saisonhöhepunkten ist an der Dartscheibe immer viel los.

Für die Zuschauer ist die Rolle der Techniker immer ein bisschen abstrakt. Was leisten sie über die Saison hinweg und wie eng stehst du persönlich mit ihnen, vor allem auch in der Vorbereitung, in Kontakt?
Benedikt: Ich weiß nicht ob die Rolle der Techniker abstrakt ist. Sie sorgen dafür, dass wir schnelle Ski haben. Abstrakt für die Zuschauer ist vielleicht die Wichtigkeit des Skimaterials, das wird oft unterschätzt. Hast du einen schlechten Ski, musst du wesentlich mehr investieren um der Konkurrenz zu folgen, dadurch musst du mehr Kraft investieren, welche dir vielleicht dann im Schießstand fehlt. Wir stehen mit den Technikern immer regelmäßig in Kontakt, im Winter logischerweise täglich. Für unsere Techniker ist es auch im Sommer ein Full-Time-Job.

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Foto: Karl-Heinz Merl, Biathlon-News.de

Wie ist die Vorbereitung auf die kommende Saison bis jetzt für dich gelaufen und was sind deine Ziele für die kommende Saison?
Die Vorbereitung ist bis jetzt nach Plan gelaufen und ich fühle mich bereit für die ersten Wettkämpfe. Meine Ziele habe ich ja bereits oben genannt.

Wo sind in deinen Augen die Grenzen im Umgang mit dem eigenen Körper? Darf man die Signale, die einem der Körper sendet bis zu einem gewissen Grad überhören oder sollte man auf seinen Körper hören und sich wenn nötig auch Auszeiten genehmigen?
Benedikt: Ich denke da spielt Erfahrung eine sehr wichtige Rolle und jeder muss individuell seinen Körper kennen. Wenn ich bei jedem kleinen Kratzen im Hals sofort eine Woche Pause einlegen würde, würde ich kaum zum Training kommen. Die Belastungen für den Körper sind hoch, aber bei uns im Ausdauersport zum Glück hauptsächlich muskulär und davon erholt man sich zum Glück immer wieder.

Mit deinem Vater hast du das Projekt „Dolls Küche“ ins Leben gerufen, in dem ihr euch für gesunde Ernährung stark macht. Wie kam es zu diesem Projekt und wen wollt ihr damit erreichen?
Benedikt: Mein Vater ist Küchenmeister und für mich als Sportler spielt Ernährung auch eine sehr wichtige Rolle. Uns ärgert es wenn Menschen mit irgendwelchen Hokus-Pokus-Diäten, welche nur den Sinn haben Geld zu verdienen, zu beeinflussen und in der natürlichen Ernährung zu manipulieren. Und wenn man etwas ändern möchte, muss man selbst aktiv werden. So entstand der Blog „Dolls Küche“.

Schwingst du für dein Team manchmal selbst den Kochlöffel?
Benedikt: Das kommt auch schon vor, aber eher selten.

Zwei deiner großen Hobbies sind das Filmen und Fotografieren. Hat man dafür während dem Weltcup überhaupt Zeit?
Benedikt: Viel Zeit hat man nicht, aber ab und zu bietet es sich an.

Können sich Fans deine Videos auch irgendwo ansehen?
Benedikt: Die meistens Clips stelle ich auf meine Sportlerseite @BenediktDollBiathlon bei Facebook.

Was bringt Dich aus der Fassung bzw. ärgert Dich?
Benedikt: Als Leistungssportler wirst du oft an dein Limit gebracht und dadurch habe ich das Gefühl wird man Emotional wesentlich souveräner. Ich bleibe so gut wie immer gelassen. Nur über mich selbst muss ich mich manchmal ärgern.

Wirst Du auf der Straße oft erkannt und angesprochen?
Benedikt: Das kommt eher selten vor. Im Fernseher sind wir unter der Mütze und hinter der Brille doch sehr versteckt.

Deine Sportart ist durch die Staffelbewerbe, die Einzel- und Verfolgungsentscheidungen, aber auch durch die Sprintrennen sehr abwechslungsreich. Was dürfen wir über deine Lieblingsdisziplin in Erfahrung bringen, und welche Loipe taugt dir am besten?
Benedikt: Einzel- und Sprintrennen mag ich am liebsten, da kann ich mich auf mein Rennen konzentrieren. Die Staffel ist für mich das spannendste Rennen, weil man selbst auch immer bei drei Läufern am Streckenrand steht. Umso härter die Loipe ist, umso besser liegt sie mir. Es kann also nie schwer genug sein.

Welche Schlagzeile würdest Du gerne am Ende des kommenden Biathlonwinters über dich gerne lesen?
Benedikt: „Die kommende Saisonpause hat er sich verdient.“

Wenn du nicht Biathlet geworden wärest, in welcher Sportart hätten wir dich gesehen, oder wärest du eventuell in der Anonymität der Berufswelt komplett verschwunden?
Benedikt: Mit den Turnschuhen eventuell auf der Straße oder im Berglauf, aber ansonsten wäre ich eher in der Wirtschaft aufzufinden.

Wir bedanken uns bei Benedikt Doll ganz herzlich für das Interview und wünschen ihm für die kommende Saison viel sportlichen Erfolg!

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