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Montag , 27 März 2017

Annika Knoll: Die Schwarzwälderin blickt optimistisch in die neue Saison!

Annika Knoll - Foto: Detlef Eckert
Annika Knoll – Foto: Detlef Eckert

Friedensweiler – Annika Knoll startet für den SV Friedenweiler-Rudenberg vornehmlich im IBU-Cup. Die Zollwachtmeisterin gehört seit Sommer 2013 dem Zoll-Ski-Team und dem B-Kader und der Trainingsgruppe Ib des deutschen Nationalteams an.

Wenige Wochen vor Beginn der Saison hatte Biathlon-News.de die Gelegenheit, mit Annika Knoll zu sprechen.

Annika, seit wann übst du Biathlon aus, und weshalb ist Biathlon die schönste Sportart auf der Welt?
Annika: Angefangen hat alles als ich 7 Jahre alt war und meinen Bruder auf den Langlaufski angefeuert habe, dann wollte ich das auch unbedingt ausprobieren. Zwei Jahre später, also mit 9 Jahren gings dann auch direkt zum Biathlon, nachdem mich mein Heimtrainer gefragt hat, ob ich nicht auch mal das Schießen ausprobieren möchte. Mir hat es auf Anhieb gefallen und die Kombination aus den verschiedenen Elementen finde ich total spannend und interessant. Genau deshalb ist es eine der schönsten Sportarten der Welt.

Die Saison 2015/16 ist doch schon seit längerer Zeit zu Ende. Welche Lehren ziehst du aus der vergangenden in Bezug auf die kommende Saison?
Annika: Für mich war die letzte Saison nicht ganz einfach. Ich hatte einige Tiefpunkte, mit denen ich erst einmal lernen musste umzugehen. Aber genau diese Winter sind auch wichtig, um wieder einen Schritt nach vorne machen zu können. Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass der Blick immer nach vorne gerichtet sein sollte und dass es sich immer lohnt aufzustehen und weiter zu kämpfen, auch wenn man manchmal den Kopf am liebsten „in den Schnee stecken würde“.

Bei der EM in Tyumen konntest du im Sprint Bronze gewinnen. Wie fühlt es sich an bei einem solchen Ereignis auf dem Podest zu stehen?
Annika: Tyumen war für mich natürlich das Highlight der Saison. Nach einigen durchwachsenen Rennen im Vorfeld, war ich erstmal froh, dass ich noch auf den EM-Zug aufspringen konnte. Dass ich dann sogar aufs Podest laufen konnte, war für mich selbst eine große Überraschung, aber dafür ein umso schöneres und auch sehr erleichterndes Gefühl, nachdem ich lange mit mir selbst zu kämpfen hatte. Ganz besonders war auch, dass ich das Podest mit zwei meiner Teamkolleginnen, Karo und Nadine Horchler teilen durfte.

In der vergangenen Saison wurdest du elfte in der Gesamtwertung des IBU-Cups. Was sind deine Ziele für die kommende Saison?
Ich war letzten Winter sehr zufrieden mit meinen guten und schnellen Schießleistungen. Das möchte ich in der kommenden Saison stabilisieren und möglichst meine Laufleistungen verbessern, dass ich mich konstant in den Top10 im IBU-Cup platzieren und möglichst wieder die besten Leistungen bei der EM abrufen kann.

Wie ist die Vorbereitung auf die kommende Saison bis jetzt für dich gelaufen?
Annika: Bisher bin ich gesund und verletzungsfrei durchgekommen, das ist erstmal das Wichtigste. Ich denke ich konnte eine gute Grundlage aufbauen, dass wir jetzt an den letzten Feinschliffen arbeiten können.

Die Deutschen Meisterschaften in Altenberg und Oberhof waren eine erste Leistungskontrolle. Wie zufrieden warst du persönlich mit deinen Ergebnissen?
Annika: Die Ergebnisse haben im Großen und Ganzen gepasst. Hier und da gibt es noch ein paar Defizite, an denen es jetzt heißt dranzubleiben. Die kürzeren Distanzen sind ganz gut gelaufen, da war ich sehr zufrieden, jetzt werde ich dran arbeiten, dass ich in den längeren Distanzen noch mehr Gas geben kann.

Viele Biathlon-Fans sind mit dem IBU-Cup nicht wirklich vertraut. Inwiefern unterscheiden sich die Rennen im IBU-Cup von denen im Weltcup?
Annika: Vom Rennen an sich und den Abläufen die ein Sportler vor und nach dem Wettkampf hat, läuft alles genau gleich ab. Das Drumherum macht den großen Unterschied. Im IBU-Cup sind nicht so viele Zuschauer und auch keine TV-Kamerateams wie beim Weltcup. Es ist aber schön mit anzusehen, dass auch einige IBU-Cups sehr gut besucht wurden und eine super Stimmung aufgekommen ist, wie zum Beispiel in Nove Mesto oder zur EM in Tyumen.

Was möchtest du Sportlern raten, die meinen nur wegen ihres Talents „nach oben“ zu kommen? Warum sind Eigenschaften wie Ehrgeiz und Fleiß genauso wichtig bei der Ausübung deiner Sportart?
Annika: Das Talent ist sicherlich die erste Voraussetzung. Aber alleine Talent reicht in einem gewissen Bereich nicht mehr aus. Alle trainieren hart, um sich weiterentwickeln zu können. Gerade Biathlon ist eine Sportart in der man immer wieder Kampfgeist beweisen muss, da sollte man sich auf nichts ausruhen. Wenn man fleißig und gewissenhaft an sich arbeitet, wird man auch irgendwann dafür belohnt.

Annika, nun bitten wir dich um eine ehrliche Selbsteinschätzung: Welches sind deine Stärken und deine Schwächen, die du bald oder schon im Laufe der kommenden Saison zu deinen Stärken machen willst?
Annika: Meine Stärke ist sicherlich mein schnelles und sicheres Schießen. Und ich denke meine Lockerheit kommt mir im Sport auch immer wieder zu Gute.
Letzten Winter, konnte ich auf den Skiern nicht das zeigen, was ich mir vorgenommen hatte. Ich arbeite hart daran, dass ich es so bald wie möglich wieder auf meiner Stärken-Seite einordnen kann. Auch Geduld ist nicht unbedingt etwas, das ich zu meinen Stärken zählen kann. Wenn mich der Ehrgeiz zu sehr packt, will ich oft zu viel auf einmal.

Annika Knoll - Foto: Detlef Eckert
Annika Knoll – Foto: Detlef Eckert

Noch ein paar persönliche Fragen an dich:
Wo kommst du her und hast du auch noch Geschwister, die Sport treiben?
Annika: Ich komme aus Friedenweiler, einem kleinen Dorf im Hochschwarzwald. Bin in unserem Familienbetrieb, dem Gasthaus Steppacher aufgewachsen und bin immer wieder total gerne zu Hause. Ich habe einen großen und einen kleinen Bruder, Felix und Michael. Beide Fußballer, Michi ist noch aktiv, Felix musste nach einem Kreuzbandriss leider etwas kürzertreten.

Was bringt dich aus der Fassung bzw ärgert Dich?
Annika: Wie ich das mit der Geduld schon beschrieben hatte, nervt es mich schnell mal, wenn etwas nicht gleich auf Anhieb funktioniert wie ich mir das vorstelle. Da ärgere ich mich dann am meisten über mich selbst.

Welche Schlagzeile würdest Du gerne am Ende des kommenden Biathlonwinters über dich lesen?
Annika: Am liebsten wäre mir natürlich eine positive Schlagzeile, die aussagt, dass ich wieder auf dem richtigen Weg bin.

Wenn du nicht Biathletin geworden wärest, in welcher Sportart hätten wir dich gesehen, oder wärest du eventuell in der Anonymität der Berufswelt komplett verschwunden?
Annika: Früher wollte ich immer Fußballerin werden. Ich spiele auch immer noch sehr gerne, aber irgndwie hat mich dann doch der Wintersport mehr gepackt.

Biathlon-News.de bedankt sich bei Annika Knoll recht herzlich für das Interview und wünscht für die kommende Saison viel Erfolg!

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